
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Protestcamp in Palma trotzt Räumungsdruck
Camp verlängert Trotz Erlass: Protestcamp in Palma bleibt
Das Wohnungsprotestcamp auf der zentralen Plaza España in Palma de Mallorca wird seine Aktion ungeachtet eines möglichen Erlasses fortsetzen. Wie die Organisatoren gegenüber der Nachrichtenagentur Europa Press erklärten, sei eine Verlängerung um mindestens 20 Tage beschlossen worden – mit oder ohne behördliche Genehmigung. Der sogenannte "Maricarmen-Dekret", der eine unbefristete Verlängerung von Mietverträgen und ein Verbot von Zwangsräumungen vorsieht, wird von den Protestierenden als unzureichend betrachtet.
Chronologie und Forderungen
Die erste Nacht des Camps verbrachten etwa zwanzig Personen auf dem Platz, wobei die Zahl laut Teilnehmern tageszeitlich schwankt, da viele zur Arbeit oder zum Ausruhen gehen. Albert, ein Universitätsstudent und Aktivist, betonte gegenüber Europa Press, dass das Dekret dringend "Spezifika für die Balearen" enthalten müsse, angesichts der akuten Wohnungsnot auf den Inseln. Die Versammlung des Camps werde in jedem Fall eine Verlängerung um 20 Tage beschließen, selbst wenn der Erlass in Kraft trete. Sollte das Dekret nicht verabschiedet werden, drohen die Wohnungsbaugewerkschaften mit einem Generalstreik.
Sollte der "Maricarmen-Dekret" keine Sonderklausel für die Balearen enthalten, könnte das Camp sogar über die 20 Tage hinaus fortgesetzt werden, so die Aktivisten. Man bleibe "sehr abwartend" gegenüber dem Erlass, der letztlich nur ein "vorübergehendes Pflaster" sein werde – zumindest für die Balearen.
Organisation und Alltag im Camp
Das Protestcamp dient als Unterstützung für die zeitgleich stattfindende Aktion in Madrid und will Druck auf die Zentralregierung ausüben, die laut Albert "seit sieben Jahren nichts für den Wohnungsmarkt getan hat". Auf dem Platz stehen derzeit acht Zelte, rund 50 Personen beteiligen sich an der Aktion, organisiert in Schichten für Arbeit, Lebensmittelsammlung und Erholung.
Der Tagesablauf ist streng strukturiert: Am Dienstagvormittag fand ein Plakatworkshop statt, gegen Mittag eine Essenssammlung, anschließend ein gemeinsames Mittagessen. Am Nachmittag tagte die Versammlung. Die Aktivisten haben Arbeitsgruppen für rechtliche Fragen, Berichterstattung, Kommunikation sowie psychologische und emotionale Unterstützung eingerichtet. Albert lobte die "Solidarität der Anwohner und lokalen Restaurants", die Lebensmittel und Hygieneartikel spendeten, wobei der Großteil der Ressourcen selbst finanziert werden müsse.
Zwischenfälle und Unterstützung
In der Nacht kam es zu kleineren Zwischenfällen: Eine Polizeistreife habe gegen 4 Uhr morgens die Scheinwerfer und Blaulichter auf das Camp gerichtet, berichtete Albert. Zudem hätten sich Passanten genähert, um die Protestierenden zu beschimpfen. Eine Frau rief etwa: "Geht arbeiten, mäht Gras." Eine Demonstrantin konterte mit einem Megafon: "Maricarmen könntest du sein", was Applaus auslöste.
Dem gegenüber steht jedoch eine breite Unterstützung: "Zahlreiche Menschen" hätten ihre Solidarität bekundet, darunter Obdachlose, die die Nacht im Camp verbrachten, sowie Personen mit bevorstehenden Zwangsräumungen. Bei Regen erwägen die Aktivisten, in die nahegelegene Intermodalstation auszuweichen, da es in Palma kaum überdachte Orte gebe – so der Student.
Die Protestbewegung zeigt sich entschlossen, den Druck aufrechtzuerhalten – unabhängig von politischen Beschlüssen in Madrid. Wie die Plattform berichtet, wird die Wohnungsfrage auf den Balearen damit weiterhin im Zentrum öffentlicher Debatten bleiben.
Quelle: europapress.es