Pflegerin bestiehlt hilflose Rentnerin

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Campos

Pflegerin bestiehlt hilflose Rentnerin

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Wenn Fürsorge zur Fassade wird

Es ist ein Fall, der einem den Glauben an die Menschlichkeit rauben kann: Eine 32-jährige Frau, die als interne Pflegekraft bei einer älteren, hilfsbedürftigen Dame in Campos auf Mallorca lebte, steht im dringenden Verdacht, ihre Schutzbefohlene um fast 10.000 Euro erleichtert zu haben. Die Guardia Civil hat die Frau nun festgenommen – wenige Stunden, bevor sie sich offenbar endgültig aus dem Staub machen wollte.

Die Masche mit dem Vertrauensvorschuss

Die Geschichte begann mit einem unguten Gefühl: Angehörige der alten Dame entdeckten bei der Kontrolle der Kontobewegungen Unregelmäßigkeiten. Mehrere Abhebungen waren nicht autorisiert, niemand in der Familie hatte sie veranlasst. Die Spur führte die Ermittler schließlich zu einem Geldautomaten, dessen Überwachungskameras eine Frau bei den fraglichen Transaktionen zeigten.

Die Überraschung war perfekt, als sich herausstellte: Die verdächtige Frau war niemand anderes als die eigene Pflegerin, die rund um die Uhr im Haushalt der Seniorin lebte – offenbar bestens über deren Kontoverhältnisse informiert und gnadenlos skrupellos in der Ausnutzung dieser Nähe.

Fluchtversuch an der Theke

Die Ermittlungen nahmen eine pikante Wendung, als die Beamten begannen, in der Nachbarschaft zu fragen. In einem Geschäft für Geldtransfers wurde man fündig: Dort soll die Pflegerin wiederholt größere Summen ins Ausland geschickt haben. Doch anstatt die Behörden zu unterstützen, warnte ein Angestellter die Verdächtige offenbar vor den laufenden Ermittlungen.

Die Warnung verfehlte ihre Wirkung nicht: Die 32-Jährige packte umgehend ihre Koffer – doch die Guardia Civil war schneller. Sie konnte die Frau noch vor ihrer Abreise festnehmen. Gegen die undichte Stelle im Geldtransfer-Laden wird ebenfalls ermittelt, der Vorwurf dort lautet auf Verletzung des Geheimnisses der freien Meinungsäußerung beziehungsweise Geheimnisverrat.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, wirft die Staatsanwaltschaft der Pflegerin nun einen fortgesetzten Betrug vor. Der Fall offenbart ein Systemproblem: Wer pflegt, hat Zugang. Und wo Kontrolle fehlt, blüht der Missbrauch. Es ist ein Weckruf an alle Angehörigen, regelmäßiger hinzusehen – nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch auf das Konto ihrer Liebsten.


Quelle: europapress.es

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