Omnibus-Gesetz bringt Sozialhilfe-Beschränkungen und Anti-Okupas-Büro

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Balearen

Omnibus-Gesetz bringt Sozialhilfe-Beschränkungen und Anti-Okupas-Büro

von Clara Weber

Mehrere neue Maßnahmen in umfangreiches Gesetz eingefügt

Das Gesetz zur Beschleunigung strategischer Projekte, oft als Omnibus-Gesetz bezeichnet, hat eine Reihe neuer Maßnahmen erhalten. Darunter fallen verschärfte Zugangsbedingungen zur garantierten Sozialrente (Resoga), für die nun eine mindestens dreijährige legale Residenz nachgewiesen werden muss, sowie die Gründung eines Büros zur Unterstützung von Personen, die von illegaler Besetzung (Okupación) betroffen sind.

Diese beiden Änderungen wurden im Finanz- und Budgetausschuss des Parlaments diskutiert, der den Text nun für die abschließende Behandlung im Plenum vorbereitet hat. In der Plenarsitzung können die parlamentarischen Gruppen weitere Änderungen und individuelle Stimmabgaben verteidigen, die im bisherigen Prozess nicht berücksichtigt wurden.

Wirtschaftliche Anreize für Familien im Fokus

Eine der ökonomisch bedeutendsten Änderungen, wie von Vox hervorgerufen wurde, ist die Erhöhung der Steuerabzüge für Mutterschaft und Geburten. Diese sollen nun 900 Euro für das erste Kind, 1.200 für das zweite, 1.500 für das dritte und 1.800 Euro ab dem vierten Kind betragen.

Zusätzlich wurden Steuervergünstigungen für den Kauf von Eigenheimen eingeführt, steuerliche Bonifikationen für preisbegrenzte Wohnungen sowie Verbesserungen für junge Menschen, große Familien und Personen mit Behinderung. Auch eine mögliche 100%ige Befreiung von der Dokumentensteuer beim Kauf einer ersten eigenen Wohnung wurde beschlossen.

Kritik am parlamentarischen Verfahren

Die Partei MÉS per Mallorca hat öffentlich die "Perversion" des parlamentarischen Systems kritisiert, die sich während der Ausschuss-Sitzung offenbarte. In einer Mitteilung bezeichneten die Ecosoberanisten das Gesetz bereits als "Frankenstein-Gesetz", da zahlreiche neue Änderungen und Verhandlungen eingeflossen sind.

"Sie haben Änderungen verwendet, um Gesetze zu kreieren, und nutzen nun Verhandlungen, um sie zu modifizieren, aber man kann nicht auf den Originaltext zurückgreifen, weil er nicht mehr erkennbar ist", warnte der parlamentarische Leader von MÉS, Lluís Apesteguia. Er betonte, dass viele der eingebrachten Änderungen nicht mit dem ursprünglichen Titel der Norm in Zusammenhang stehen und dass die Kammerjuristen bereits festgestellt hatten, dass diese gegen die Regeln eingeführt wurden.

Weitere Änderungen und kontroverse Debatten

Das Gesetz hat über 200 Änderungen erhalten, die direkt oder indirekt mehr als fünfzig weitere Gesetze betreffen, darunter auch das Gesetz zur linguistischen Normalisierung, welche laut Kritik von PP und Vox "durch die Hintertür ausgehebelt" wird.

Der Ausschuss entschied, die von PP und Vox vereinbarten Änderungen unter einer "extensiven" Interpretation der parlamentarischen Regeln zuzulassen. Ein Antrag von MÉS, jede Änderung einzeln zu debattieren, um inhaltlich tiefer gehen zu können, wurde nicht angenommen. Stattdessen wurde eine "globale" Debatte geführt, die den Abgeordneten wenig Raum zur Darstellung ihrer Positionen bot.

Dies führte, wie von den Ecosoberanisten beschrieben, zu einem "parteiischen, oberflächlichen, grotesken und peinlichen" Debattenverlauf, der die Arbeitsfähigkeit der Abgeordneten beeinträchtigte und zu einem inhaltlich kaum haltbaren Ergebnis kam.

Wie von europapress.es berichtet, behielt die Ausschuss-Sitzung den kontroversen Charakter, den das Gesetz während seines gesamten Behandlungspfads begleitete, mit gegenseitigen Anschuldigungen zwischen den Gruppen. Zu Beginn der Sitzung wurden drei individuelle Stimmabgaben debattiert, von denen zwei abgelehnt wurden. Sie zielten darauf ab, bestimmte während des Prozesses eingeführte Änderungen zurückzunehmen.


Quelle: europapress.es