
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Neun Tote auf Spaniens Straßen
Ein Wochenende der Totenstille
Wieder einmal zeigt sich Spaniens Straßennetz von seiner mörderischen Seite. Drei Unfälle, neun Tote, acht Verletzte – das ist die erschütternde Bilanz eines einzigen Sonntags. Wer jetzt noch von „bedauerlichen Einzelfällen“ spricht, verhöhnt die Opfer. Die Zahlen sind kein Schicksal, sondern das Ergebnis einer Politik, die Geschwindigkeit über Sicherheit stellt.
Die Nacht der Karambolagen
Es begann in den frühen Morgenstunden. Auf der N-340 bei Benicàssim, nahe Castellón, krachten mehrere Fahrzeuge ineinander. Die Ursache? Unbekannt. Die Folge: Vier Tote, sechs Schwerverletzte. Drei Männer und eine Frau starben noch an der Unfallstelle. Die Rettungskräfte – zwei SAMU-Einheiten, zwei Teams des Soporte Vital Básico und eine Einheit des Soporte Vital Avanzado de Enfermería – konnten nur noch die Leichen bergen. Sechs Männer wurden ins Krankenhaus eingeliefert, drei davon mit schweren Polytraumata. Wie das Centro de Gestión de Tráfico und das Centro de Información y Coordinación de Urgencias (CICU) berichten, wurden vier der Verletzten ins Hospital General de Castellón gebracht, zwei ins Hospital de la Plana.
Nur zwanzig Minuten später, um 2:38 Uhr, der nächste Schock. Auf der A-7 in Málaga, nahe der Ausfahrt Cerrado Calderón, prallten zwei Autos zusammen. Ein Fahrzeug stürzte einen Abhang hinunter. Drei Tote – zwei Frauen und ein Mann – bestätigte das Centro de Emergencias Sanitarias 061. Eine 64-jährige Frau wurde vor Ort versorgt, ein 35-jähriger Mann ins Hospital Carlos Haya eingeliefert. Guardia Civil, Bomberos und Polizei waren im Einsatz, wie der Servicio de Emergencias 112 Andalucía mitteilte.
Die Flucht in den Tod
Der dritte Unfall ist kein Unglück, sondern eine logische Konsequenz. In Barcelona, in der Carrer de Pallars, raste ein Fahrer vor der Polizei davon. Die Flucht endete tödlich: Zwei Fahrer starben, ein weiterer wurde verletzt. Die Bomberos de Barcelona mussten die Eingeklemmten befreien. Die Mossos d'Esquadra und die Unidad Central de Atestados de Tráfico (UCAT) ermitteln. Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Jagd nach Temposündern oft mehr Schaden anrichtet als der Verstoß selbst.
Die Frage bleibt: Wie viele Tote braucht es noch, bis die Behörden endlich handeln? Nicht nur reden, sondern handeln. Strengere Kontrollen, härtere Strafen, mehr Verkehrserziehung. Oder ist uns das Leben der Bürger auf der Straße am Ende doch nicht so viel wert?
Quelle: 20minutos.es