
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Málagas DeLorean: Zeitreise ins Museum
Ein Auto, das die Zeit überwindet
Manche sehen in einem Auto nur Blech, Motor und Sitzbezüge. Der DeLorean DMC-12 ist jedoch ein Beweis dafür, dass Technik Geschichte erzählen kann. Als fahrende Zeitmaschine aus „Zurück in die Zukunft“ hat er sich tief ins kulturelle Gedächtnis eingegraben. Nun hat Bernardo Quintero, Gründer des Sicherheitsunternehmens VirusTotal, seinen Wagen dem Automobil- und Modemuseum von Málaga überlassen. Wie die Lokalzeitung AxarquíaPlus berichtet, kaufte er das Coupé aus dem Jahr 1981 vor drei Jahren in einem „Anfall von Nostalgie“, ließ es zwei Jahre lang restaurieren und übergab es nun der Öffentlichkeit. Wer darin nur ein Auto sieht, verkennt den Wert dieses Objekts.
Warum ein Filmwagen ins Museum gehört
Museen sind keine Archive für Staubfänger. Sie sind Orte, an denen Identität verhandelt wird. Der DeLorean steht für den menschlichen Wunsch, die Zeit zu beherrschen – ein Thema, das nie brisanter war als heute. Die Leiterinnen des Hauses, Mar González und Elvira Carrera, beschreiben den Neuzugang als „Dialog zwischen Automobil, Design, Innovation, Kino und kollektivem Imaginären“. Das mag pathetisch klingen, ist aber präzise: Dieses Fahrzeug verbindet Designgeschichte mit Popkultur, Unternehmertum mit Scheitern, Traum mit Technik.
Natürlich gibt es Stimmen, die einwenden, ein Hollywood-Requisit sei keine Kunst. Doch dieser Einwand ist kleinkariert. Der DeLorean ist kein Requisit, sondern ein Serienwagen, der erst durch den Film zur Ikone wurde. Seine Biografie reicht von den nordirischen Fabriken in Dunmurry bis zum Bankrott des Markengründers John DeLorean – und dann zu einem Triumph, den niemand geplant hatte. Das ist mehr als Nostalgie; das ist Zeitgeschichte mit Rädern.
Einer teilt seinen Kindheitstraum
Quintero hätte den DeLorean wie einen geheimen Schatz hüten können. Stattdessen wollte er, dass andere daran teilhaben. „Ich mag den Gedanken, dass etwas, das als Kindheitstraum begann, hier in Málaga vielen Menschen Freude macht“, wird er zitiert. Diese Geste verdient Respekt, denn sie durchbricht die Logik des Besitzansammelns. Nicht jeder, der sich einen Traum erfüllt, gibt ihn auch wieder her. So wird aus einem privaten Vergnügen ein öffentliches Erlebnis – und aus einem Auto ein Stück Kultur.
Quelle: axarquiaplus.es