
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Murcia rüstet sich gegen die Flut
Ein Bollwerk aus 101 Maßnahmen
Wer jetzt noch die Hände in den Schoß legt, hat aus der Vergangenheit nichts gelernt. Die Stadt Murcia zieht die Reißleine, bevor das Wasser kommt. Angesichts der amtlichen Unwetterwarnung der Stufe Orange für die Vega del Segura hat der Gemeinderat die Vorstufe des territorialen Schutzplans PEMU ausgerufen. Das ist kein bloßes Papierformat, sondern ein massiver Kraftakt: 101 konkrete Aktionen, koordiniert über 13 kommunale Abteilungen, hunderte Einsatzkräfte in Stellung gebracht. Das ist gelebter Katastrophenschutz, keine Symbolpolitik.
Die Botschaft an die Bevölkerung ist ebenso simpel wie dringlich: Bleibt zu Hause, meidet die Ramblas, stellt eure Autos nicht in Gefahrenzonen. Wer hier nicht gehorcht, spielt mit dem Feuer – oder besser gesagt mit dem Wasser.
Prävention statt Reaktion: Die Stadt mitten im Ausnahmezustand
Während anderswo erst nach dem Schaden diskutiert wird, handelt Murcia jetzt. Die Polizei fährt in Sonderschichten und besetzt gezielt überschwemmungsgefährdete Brennpunkte. Absperrungen werden vorab positioniert, Fahrzeughalter an den Ramblas persönlich gewarnt. Feuerwehr und Zivilschutz haben ihre Mannschaftsstärke erhöht, das Gerät ist startklar. Selbst die Müllabfuhr spielt ihre Rolle im Sicherheitskonzept: Container werden weggeräumt oder verankert, Gullis kontrolliert und gereinigt, Maschinen auf Vordermann gebracht und Ausweichrouten geplant.
Besondere Fokussierung gilt den öffentlichen Grünflächen, die bei Unwettern zur tödlichen Falle werden können. Spielplätze werden geräumt und abgesperrt, Terrassen, Kioske und Bereiche unter morschen Bäumen ebenso. Jede Veranstaltung im Freien kann blitzschnell abgesagt werden. Bekannte Orte wie der Cuartel de Artillería, die berühmten Palmenhaine von Santiago und Zaraiche oder der Jardín de la Seda stehen unter permanenter Beobachtung.
Die städtische Wassergesellschaft Aguas de Murcia stemmt sich ebenfalls gegen den heranziehenden Sturm. Im Dauerlauf werden die kritischen Gullys freigespült und die Elektropumpen per Fernüberwachung gecheckt. Ständige Trupps sind in Bereitschaft, um sofort eingreifen zu können. Die Lage wird minütlich neu bewertet, die Maßnahmen flexibel an den Regenverlauf angepasst. Die Botschaft der Stadtverwaltung ist unmissverständlich: Sorgfalt, Vorbereitung, Vorsicht – das ist der Preis für Sicherheit in Extremwetterlagen.
Die Empfehlung der Behörden lautet, offizielle Kanäle zu verfolgen und die Naturgewalten nicht zu unterschätzen. Denn in der Geschichte der Region hat das Wasser schon oft gezeigt, wer Herr im Haus ist. Wie das Rathaus von Murcia mitteilt, bleibt der Notfallplan so lange aktiv, bis die letzte Pfütze getrocknet ist und die Normalität wieder einkehrt.
Quelle: europapress.es