Murcia bringt Therapie zu den Patienten nach Hause

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

San Javier

Murcia bringt Therapie zu den Patienten nach Hause

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Klinik muss sich dem Patienten anpassen – nicht umgekehrt

Die Zeiten, in denen Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen allein gelassen wurden, wenn sie nicht zur Therapie erschienen, sollen in der Region Murcia endgültig vorbei sein. Mit einer Offensive bei den sogenannten Assertiven Gemeindebehandlungsteams (ETAC) zieht die Regionalregierung die Konsequenz aus einem jahrelangen Missstand: Wer an Schizophrenie oder Psychosen leidet, hat oft nicht die Kraft, regelmäßig Termine in überfüllten Ambulanzen wahrzunehmen. Die Folge war bisher ein gefährlicher Teufelskreis aus Therapieabbruch, Rückfall und erneuter Klinikeinweisung.

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26 Neue Stellen gegen die Abbruchquote

Wie die Regionalregierung mitteilt, werden die neun bestehenden ETACs in den Gesundheitsbezirken nun mit 26 zusätzlichen Fachkräften verstärkt. Konkret bedeutet das: Zehn spezialisierte Pflegekräfte für Psychiatrie, acht Ergotherapeuten und acht Sozialarbeiter kommen neu hinzu. Erstmals kann dadurch auch im Altiplano–einer strukturschwachen Region im Nordwesten–ein eigenes aufsuchendes Team etabliert werden. Das ist kein Nebenschauplatz, sondern eine kleine Revolution in der Versorgungslogik: Die Profis kommen zum Patienten nach Hause, nicht der Patient in die Praxis.

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Das Ende der „getrennten Türen“

Der regionale Präsident Fernando López Miras ließ bei einem Besuch des Zentrums für psychische Gesundheit Mar Menor in San Javier keinen Zweifel daran, was er von der bisherigen Praxis hält. „Wenn eine Person Hilfe braucht, sollte sie nicht auf getrennte Türen stoßen“, sagte er mit Blick auf die oft zersplitterte Zuständigkeiten zwischen Gesundheitswesen, Sozialdiensten und Gemeindestrukturen. Sein Versprechen: „Den Patienten in den Mittelpunkt stellen“ – kein wohlfeiles Lippenbekenntnis, sondern das operative Prinzip für die neuen Teams. Die ETACs arbeiten mit Psychiatern, Psychologen und Hausärzten verzahnt, um sicherzustellen, dass niemand durch die Maschen fällt.

Ergotherapie als Schlüssel zur Autonomie

Besonders bemerkenswert ist die Aufstockung der Ergotherapie–Stellen. Denn genau hier liegt der pragmatische Kern des Konzepts: Es geht nicht nur darum, Medikamente zu verabreichen und Krisen abzufedern. Es geht darum, Menschen schrittweise zurück ins Leben zu holen–durch Alltagstraining, durch das Wiedererlernen von Routinen, durch die Rückeroberung von „Lebensräumen“, wie es offiziell heißt. Die neue Einheit für psychosoziale Rehabilitation am Mar Menor, die in einem 400-Quadratmeter-Bereich des Zentrums untergebracht ist, erspart den Betroffenen zudem weite Fahrten nach Cartagena. Ein Standortvorteil, der über den Therapieerfolg mitentscheidet.

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Mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Kritiker könnten einwenden, dass 26 Stellen bei einer Region mit Hunderttausenden Versicherten lediglich Symbolpolitik sind. Doch der Schritt ist richtungsweisend, denn er institutionalisiert eine Erkenntnis, die in der Psychiatrie seit Jahrzehnten belegt ist: Die größte Gefahr für schwer psychisch Kranke ist nicht die Erkrankung selbst, sondern der soziale Absturz durch Behandlungsabstinenz. Wenn der Staat ernsthaft will, dass psychische Gesundheit genauso behandelt wird wie körperliche–dann führt kein Weg an solchen aufsuchenden Strukturen vorbei. Die Region Murcia hat das zumindest verstanden. Ob die Finanzierung dauerhaft gesichert bleibt, wird sich zeigen müssen–doch der Weg stimmt.

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Wie die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Regionalregierung berichtet, sollen die Teams die Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Störungen verbessern, bei denen ein hohes Risiko für Therapieabbrüche besteht.


Quelle: europapress.es

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