Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Morant attackiert Llorca wegen Abwesenheit in Bildungskrise
Kategorie “El Ventorro”: Vorwurf der Abwesenheit
Die Generalsekretärin der PSPV-PSOE und spanische Wissenschaftsministerin, Diana Morant, hat dem Präsidenten der Regionalregierung von Valencia, Juanfran Pérez Llorca (PP), schwere politische Versäumnisse vorgeworfen. Anlass ist der seit vier Wochen andauernde unbefristete Streik im nicht-universitären öffentlichen Bildungssektor der Region. Morant kritisierte Llorca während des XIV. Kongresses der Joves Socialistes in Alcoi als “abwesenden Politiker” und warf der Volkspartei eine “perverse Politik” vor, sich nicht um Probleme zu kümmern.
Ihre Kritik bündelte sie in der Metapher “El Ventorro” – einem in Spanien bekannten Ausdruck für einen abgelegenen oder unbedeutenden Ort. “El Ventorro ist eine Kategorie, kein Ort”, präzisierte Morant laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Europa Press. “Die Kategorie, ein abwesender Politiker zu sein und die Bürgerinnen und Bürger im Stich zu lassen, wenn sie ihren Präsidenten am dringendsten brauchen.” Sie bezog sich damit auf die anhaltenden Proteste der sogenannten “grünen Welle” der Lehrkräfte.
Mehr Mittel, aber weniger Output?
In ihrer Rede stellte Morant die Haushaltspolitik der aktuellen PP-geführten Regionalregierung in Frage. Sie verwies darauf, dass das “Consell” unter Llorca “60 Prozent mehr Ressourcen” zur Verfügung habe als die vorherige sozialistische Regierung unter Ximo Puig. Trotzdem, so ihre rhetorische Frage, könne Puig mit weniger Geld Schulen bauen und die Einstellung von 5.000 Lehrkräften beschließen, während die aktuelle Regierung dies nicht umsetze. Der Schluss liege nahe, dass es sich nicht um ein Können, sondern um ein Wollen handele, die öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern.
Morant kritisierte zudem die Mittelverteilung im aktuellen Haushaltsentwurf für 2026, der laut ihren Angaben 1,1 Milliarden Euro mehr umfasst. Während Mittel für öffentliche Bildung, Universitäten, Gesundheit und Wohnraum darin Platz fänden, habe Llorca auch Ressourcen für “nach Geschlechtern segregierende” konfessionelle Privatschulen, private Berufsbildung und die Verlagerung in das private Gesundheitssystem vorgesehen. Dies untergrabe den “sozialen Aufzug”, den vor allem öffentliche Bildung darstelle.
Perspektivenwechsel und Wahlaussage
Die Ministerin nutzte den Kongress auch für eine klare Kampfansage im Vorfeld der nächsten Regionalwahlen. Sie kündigte an, selbst das Amt der Präsidentin der Generalitat Valenciana anzustreben. Ihr Programm umfasse einen “Plan Edificant” für den sozialen Wohnungsbau in Kooperation mit den Kommunen sowie den erklärten Willen, “die Dynamik zu durchbrechen”, in der PP-Regierungschefs autonomischer Regionen stets die Zentralregierung unter Pedro Sánchez für alle Probleme verantwortlich machten.
Die Behauptung, die Jugend in Spanien tendiere zur extremen Rechten, bezeichnete Morant als “Fehlschluss”. Die Jugend in Valencia sei weder sexistisch wie die PP, die mit der sexistischen Vox paktiere, noch franquistisch, wie die Berichterstattung zusammenfasste. Sie sehe stattdessen viele bisher nicht wählende Menschen, die sich nun für linke Optionen entscheiden würden. Ein “Sorpasso” (Überholen) der Rechten durch die Linke stehe bevor, sie selbst wolle “den Wandel in der Region Valencia anführen”.
Auf Kritik an ihrer Doppelfunktion als Ministerin und Kandidatin entgegnete sie mit einem Verweis auf ihre Amtsgeschäfte: Am kommenden Dienstag werde ihr Ministerrat ein 400-Millionen-Euro-Paket zur Klimatisierung von Krankenhäusern und Schulen beschließen – eine Maßnahme, die PP-regierte Regionen nach ihren Worten vernachlässigten.
Quelle: europapress.es