Mallorca begrenzt Autos – mit DGT-Unterstützung

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Mallorca begrenzt Autos – mit DGT-Unterstützung

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Der Kampf gegen das Verkehrsinfarkt

Wer Mallorca kennt, weiß: Die Insel erstickt im Stau – nicht nur in den Sommermonaten. Dass etwas geschehen muss, darüber sind sich alle einig. Nur wie? Die Antwort der Inselregierung ist ebenso einfach wie folgerichtig: weniger Autos. Und um das durchzusetzen, holt man sich nun die mächtigste Verkehrsbehörde des Landes ins Boot.

Wie Europa Press berichtet, hat Consell-Mitglied Fernando Rubio der Dirección General de Tráfico (DGT) die Pläne für eine gesetzliche Limitierung des Fahrzeugzulaufs vorgestellt. Das Kernstück: Die Behörde soll dem Inselrat Zugriff auf alle Matrikeldaten gewähren, damit Autos bereits bei der Ankunft in den Häfen von Palma und Alcúdia erkannt werden können. Ein Datenabgleich in Sekundenschnelle – so die Hoffnung – zeigt dann, ob ein Fahrzeug einem Residenten gehört oder einem Feriengast. So soll die bestehende Zusammenarbeit, die bereits bei der ITV funktioniert, ausgeweitet werden.

Kontrolle statt Laissez-faire

Kritiker mögen einwenden, hier werde die Bewegungsfreiheit von Urlaubern beschnitten. Doch wer die Debatte nur auf Populismus reduziert, verkennt die Lage. Die geplante Obergrenze soll nicht politisch festgeklopft, sondern auf der Grundlage eines technischen Gutachtens zur Belastbarkeit der Insel ermittelt werden. Genau diese Versachlichung fehlt in der hitzigen Diskussion bisher völlig.

Auch der Blick auf Orte wie Formentor zeigt: Einzelne Beschränkungen existieren längst – und sie zeigen Wirkung, wenn DGT und Inselverwaltung an einem Strang ziehen. Die jetzt geplante gesetzliche Regelung ist also kein radikaler Bruch, sondern eine konsequente Fortführung des eingeschlagenen Weges. Es geht nicht um Schikane, sondern um die Zukunftsfähigkeit einer Region, die ohne funktionierende Mobilität ihren wichtigsten Wirtschaftsfaktor – den Tourismus – selbst gefährden würde.

Ein Signal vor der nächsten Saison

Noch liegt die Gesetzesvorlage im Parlament. Doch die Inselregierung zeigt sich zuversichtlich, sie bis zum Beginn der nächsten Tourismussaison durchboxen zu können. Konkret heißt das: Wer dann mit dem eigenen Auto auf die Insel will, muss vorher wissen, ob er überhaupt noch einsteigen kann. Das mag unbequem sein, ist aber ehrlicher als die Illusion, dass auf einer Insel unendlich viele Fahrzeuge Platz finden.

Die DGT hat jedenfalls bereits ihre Kooperationsbereitschaft signalisiert. Damit steht fest: Mallorca macht Ernst. Wer sich weiter gegen jede Regelung stemmt, sollte sich die Frage gefallen lassen, ob er lieber in einem Stau stehen will als an einem Strand.

Quellen:


Quelle: europapress.es

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