Wohnungsförderung auf Abwegen
Madrid

Wohnungsförderung auf Abwegen

von Redaktion

Die Madrider Regionalregierung jubiliert: Man habe das Programm „Mi Primera Vivienda“ verstärkt, um noch mehr Familien den Weg ins Eigenheim zu ebnen. Der Kern der „Verbesserung“? Die Obergrenze für förderfähige Immobilien wird von 390.000 auf 425.000 Euro angehoben. Eine Anpassung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten, so das Argument. Hier offenbart sich die ganze Verlogenheit einer Wohnungspolitik, die das Problem nicht lösen, sondern lediglich verwaltet – und befeuert.

Wer wird hier wirklich gefördert? Die Logik ist pervers: Weil alles teurer wird, wird die Förderung für teurere Objekte ausgeweitet. Anstatt gegen die Preisspirale an zu kämpfen, wird ihr Tribut gezollt. Wer profitiert? In erster Linie der Immobilienmarkt, dem damit signalisiert wird: Die obere Schmerzgrenze für junge Käufer liegt jetzt offiziell bei 425.000 Euro. Diese Politik subventioniert nicht den Traum von den eigenen vier Wänden, sie subventioniert die Preisblase. Sie stellt junge Menschen, die „solvent, aber ohne Ersparnisse“ sind, wie es im Originaltext heißt, noch tiefer in die Schulden, nur für teurere Quadratmeter. Die Tatsache, dass die Region als Bürge auftritt, wie aus den veröffentlichten Daten hervorgeht, macht die Sache nicht besser – sie macht sie nur risikoreicher für die öffentliche Hand.

Eine Politik der Symbolik statt der Substanz Weitere „Erleichterungen“ werden als große Erfolge verkauft: Das Höchstalter der Antragsteller steigt auf 50 Jahre, die Anforderungen an die Beschäftigung werden gelockert. Das mag für einige Einzelfälle helfen, dreht aber nicht an den Stellschrauben, die zählen: Baulandausweisung, Beschleunigung von Genehmigungen, massive Förderung des geförderten Wohnungsbaus. Stattdessen wird der Kreis der Berechtigten immer weiter aufgebläht – nun auch Familien mit Kindern „ohne Alterslimit“, wie berichtet wird –, während das eigentliche Angebot knapp bleibt. Die angekündigte Gesamtinvestition von 25 Millionen Euro für 2026 ist angesichts der Dimension der Wohnungskrise in Madrid ein Tropfen auf den heißen Stein.

Dieses Programm ist kein Lösungsansatz, es ist ein Stimulans für den Markt. Es treibt die Nachfrage in einen bereits überhitzten Sektor, ohne das Angebot nachhaltig zu erhöhen. Die Regionalregierung unter Isabel Díaz Ayuso feiert sich dafür, die Einstiegsbarrieren zu senken. In Wahrheit senkt sie die Hemmschwelle für noch höhere Verschuldung und legitimiert weiter steigende Preise. Eine Politik, die den Namen verdient, sähe anders aus: Sie würde Bauen priorisieren, nicht Kaufen. Sie würde Mieten schützen, nicht Hypotheken riskant verbürgen. Alles andere ist Augenwischerei auf Kosten der nächsten Generation.

Quelle: Die Angaben basieren auf einer offiziellen Mitteilung der Madrider Regionalregierung, die über Europa Press veröffentlicht wurde, sowie dem zur öffentlichen Konsultation stehenden Projekt im Transparenzportal der Gemeinschaft (Stand 20. April).