
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Macheten-Attacke erschüttert València
Brutaler Überfall: 18-Jähriger in València durch Machetenhieb lebensgefährlich verletzt
Es ist ein Szenario, das man aus Actionfilmen kennt, nicht aus dem nächtlichen Straßenbild einer spanischen Großstadt: Ein junger Mann wird im Stadtteil Jesús von einer Bande überfallen und mit einer Machete niedergestreckt. Der Vorfall, der sich in der Nacht zum Sonntag ereignete, wirft ein grelles Schlaglicht auf die zunehmende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und die Hilflosigkeit der Behörden. Ein 18-Jähriger schwebt in Lebensgefahr – und die Täter laufen noch frei herum.
Ein Schock für die Anwohner
Die Tat ereignete sich in der Calle Dolores Alcaide, nur wenige Meter entfernt von der belebten Cooperativa de San Fernando. Dort, so berichten es lokale Medien übereinstimmend, geriet das Opfer in einen Hinterhalt. Eine Gruppe von Jugendlichen soll den 18-Jährigen mit einem Machete attackiert haben. Die Verletzung ist gravierend: Ein etwa 20 Zentimeter langer Schnitt am Rumpf. Mit letzter Kraft konnte sich das Opfer losreißen und in Panik davonlaufen, bis es von Freunden und einer Gruppe von Falleros (Angehörigen des lokalen Festkomitees) in Sicherheit gebracht wurde.
Während die einen noch von einem versuchten Raubüberfall auf E-Scooter sprechen, wie die Zeitung „Las Provincias“ berichtet, hält sich die Polizei mit Spekulationen zurück. Man habe die Ermittlungen aufgenommen, mehr will man offiziell nicht sagen. Fakt ist: Wieder einmal zeigt sich, dass die Messergewalt in Spaniens Städten längst kein Randphänomen mehr ist, sondern mitten in der Gesellschaft angekommen ist. Die Frage, die sich nach diesem feigen Angriff stellt, ist nicht ob, sondern wann die Politik endlich handelt.
Ein System, das versagt?
Die Rettungskette funktionierte zwar vorbildlich: Ein Notruf ging bei der Zentrale ein, ein Team des mobilen Notarztwagens (SAMU) war sofort vor Ort und transportierte den Schwerverletzten in das nahegelegene Hospital Peset. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die traurige Realität, dass solche Taten oft im Dunkeln bleiben, weil Zeugen aus Angst schweigen oder die Täter blitzschnell im urbanen Raum untertauchen. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel – und die Bevölkerung vor einem Sicherheitsgefühl, das längst tiefe Risse bekommen hat.
Es ist ein Armutszeugnis für die Sicherheitspolitik der Region, dass junge Menschen offenbar unbeschwert mit Macheten durch die Straßen laufen und aus nichtigem Anlass zustechen können. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr müssen die Krankenhäuser der Stadt Opfer von Messerattacken behandeln, nicht zum ersten Mal sind es junge Männer, die ihr Leben riskieren. Während Politiker über Statistiken diskutieren, blutet ein 18-Jähriger auf dem Asphalt.
Die Uhr tickt
Solange die Polizei ohne konkrete Festnahmen dasteht und die Bevölkerung im Dunkeln tappt, bleibt nur die Hoffnung, dass Zeugenaussagen zur Ergreifung der Täter führen. Die Ermittlungen laufen, doch die Zeit drängt. Jeder Tag, an dem die Angreifer frei herumlaufen, ist eine Ohrfeige für das Rechtsstaatsprinzip und eine Gefahr für die Allgemeinheit. Die Bewohner des Viertels Jesús fragen sich nun, ob sie in einer Zone leben, in der der Staat das Gewaltmonopol längst aus der Hand gegeben hat. Es wäre an der Zeit, dass die Verantwortlichen nicht nur Ermittlungserfolge versprechen, sondern auch für Sicherheit sorgen – bevor der nächste junge Mann auf dem Weg nach Hause zum Opfer wird.
Quelle: europapress.es