Franquismus-Darstellung auf Mallorca sorgt für Protest

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Franquismus-Darstellung auf Mallorca sorgt für Protest

von Redaktion

Ein Stand mit historischer Brisance

Auf der "Fira de la Gent Gran", einer Seniorenmesse in Porreres auf Mallorca, hat ein spezieller Ausstellungsstand am Samstag politische Empörung hervorgerufen. Die ecosoberanistische Partei MÉS per Mallorca veröffentlichte auf ihrem Profil in der sozialen Netzwerk X eine öffentliche Denuncia. Der Stand sei eine "exaltación franquista" – eine Verherrlichung des Franquismus – und speziell dem Gründer der Legion, José Millán-Astray, gewidmet.

Die Partei bezeichnete die Präsentation in ihrem Statement als "eine intolerable demokratische Schande" und bezog dies direkt auf die politische Führung. "Der PP weißt den Franquismus und normalisiert ihn Hand in Hand mit der extremen Rechten. Wir fordern unmittelbare politische Rechenschaft", unterstrich MÉS per Mallorca.

Visuelle Dokumentation der Ausstellung

Die öffentliche Kritik wurde durch ein Bild unterstützt, das den kontroversen Stand zeigt. Auf diesem sind mehrere Spanienflaggen zu sehen, auf einer davon steht der Name Millán-Astray. Auf den Tischen und an einer weißen Zelthänge sind verschiedene Objekte und Bilder mit militärischen Charakteristika ausgelegt. Zwei Männer in militärischen Uniformen flankieren den Ausstellungsbereich.

Die "Fira de de Gent Gran" ist eine Initiative des Consell de Mallorca, der Inselregierung, und soll die Teilhabe älterer Menschen fördern. Das Programm der Messe, wie die Institution berichtete, umfasste Tanzworkshops, Aktivitäten wie Zumba, Workshops für 'neules' (eine lokale Süßspeise), ein 'Truc'-Turnier, die Projektion des Dokumentarfilms 'Cien libros juntas', eine Zirkusshow, Chorkonzerte sowie Vorträge über Gesundheit und Wohlbefinden.

Der Kontext der integrierten Ausstellung

Neben diesen Aktivitäten beinhaltete die Messe auch mehrere Stände von Vereinen und Organisationen, die ihre Aktivitäten und Dienstleistungen präsentieren. Einer dieser Stände war dem Gründer der Legion, José Millán-Astray, gewidmet. Die Integration dieses Standes in eine öffentlich geförderte, allgemeine Gemeinschaftsmesse bildet den Kern der aktuellen Kontroverse.

Zu der Veranstaltung hatten laut Planungen auch hochrangige Politiker zugesagt: Der Präsident des Consell de Mallorca, Llorenç Galmés, der Inselrat für Präsidium, Toni Fuster, sowie die Bürgermeisterin von Porreres, Maria Agnès Sampol. Ihre geplante Teilnahme unterstreicht die offizielle Natur der Messe und hebt die politische Dimension der Kritik zusätzlich hervor.

Historische Figur und politische Deutung

José Millán-Astray (1879–1954) ist eine historisch ambivalente Figur. Als Gründer der spanischen Legion und enger Verbündeter von Francisco Franco ist sein Name stark mit der Franco-Diktatur (1939–1975) verbunden. Eine öffentliche Präsentation, die ihn in einem Kontext ehrt, wird von vielen politischen Gruppen in Spanien, insbesondere von denen, die die Aufarbeitung des Franquismus fordern, als problematisch angesehen. Die Kritik von MÉS per Mallorca reflektiert diesen diskursiven Konflikt über die Bewertung der Vergangenheit im heutigen Spanien.

Die Messe in Porreres zeigt somit nicht nur Aktivitäten für Senioren, sondern auch die fortwährenden Spannungen in der spanischen Gesellschaft bezüglich der Darstellung und Bewertung des Franco-Regimes.