Gemeinde bietet Land für Sozialwohnungen an
Bereitstellung kommunaler Flächen für nationales Wohnbauprogramm In einer einstimmigen Entscheidung hat der Stadtrat von Estepona an der Costa del Sol beschlossen, der Zentralregierung sechs gemeindeeigene Grundstücke für den Bau von Sozialwohnungen anzubieten. Laut den kommunalen Planungsunterlagen, die der Sitzung zugrunde lagen, haben die Parzellen ein Gesamtpotenzial für 109 staatlich geförderte Wohnungen (VPO). Die Flächen verteilen sich über das Stadtgebiet: zwei in Casas del Padrón (22 und 23 Wohneinheiten), zwei in Llanos de la Boladilla (9 und 17 Einheiten) sowie zwei am Camino de Cortes (17 und 21 Einheiten).
Reaktion auf nationale Wohnbauoffensive Dieser Schritt ist eine direkte Reaktion auf das vom spanischen Kabinett kürzlich vorgestellte Programm ‘España Crece’, wie aus der Ratsvorlage hervorgeht. Das Programm sieht die Mobilisierung öffentlicher und privater Mittel in Höhe von bis zu 23 Milliarden Euro vor, um jährlich 15.000 neue Wohnungen in ganz Spanien zu finanzieren. Bürgermeister José María García Urbano begründete den Gemeinderatsbeschluss gegenüber der Presse damit, die Stadt wolle die Verfahren für die Regierung beschleunigen und sicherstellen, dass Estepona von den Fördermitteln profitiert. “Wir stellen der Zentralregierung diese verfügbaren Parzellen zur Verfügung, damit sie nach der entsprechenden Bewertung für den angekündigten Wohnungsbau in Betracht gezogen werden können”, so García Urbano.
Langfristige Strategie für bezahlbaren Wohnraum Die angebotenen Grundstücke sind Teil einer größeren strategischen Reserve an kommunalen Flächen, die der Rat für bezahlbaren Wohnraum aktiviert. Wie aus amtlichen Dokumenten hervorgeht, arbeiten die Stadtplaner bereits an kurz- bis mittelfristigen Projekten für über 1.200 Sozialwohnungen. Konkret sind derzeit zwei Projekte am Camino de Cortes in der Umsetzung: Die Baugenehmigung für 117 Wohnungen im Süden des Gebiets wird gerade beantragt, während die Ausschreibungsunterlagen für weitere 199 Wohnungen im Norden finalisiert werden. Parallel dazu genehmigte der Rat die Umwidmung von 36 weiteren gemeindeeigenen Flächen für den Sozialwohnungsbau, gestützt auf ein Notstandsdekret (Decreto-Ley 1/2025) der andalusischen Regionalregierung. Eine technische Prüfung ergab, dass auf diesen über das gesamte Stadtgebiet verteilten Flächen theoretisch bis zu 738 Wohnungen entstehen könnten.
Solide Haushaltslage als Grundlage Die finanziellen Spielräume für diese Wohnbaupolitik sieht die Stadtverwaltung durch eine stabile Haushaltslage gegeben. Wie die für Wirtschaft zuständige Bürgermeisterstellvertreterin Ana Vilaseca in der Ratssitzung ausführte, verzeichnet die Gemeinde seit elf Jahren Haushaltsüberschüsse. Dem aktuellen Wirtschaftsplan zufolge, der vom städtischen Rechnungshof positiv bewertet wurde, beliefen sich die kumulierten Überschüsse auf über 40 Millionen Euro, bei Bankguthaben von mehr als 90 Millionen Euro. Die Gemeinde plant, die durchschnittliche Zahlungsfrist an Lieferanten weiterhin unter 30 Tagen zu halten – derzeit liege sie bei 16 Tagen – und auch für 2026 und 2027 mit Überschüssen zu rechnen.
Quellen: Beschlüsse des Plenos des Ayuntamiento de Estepona vom 19. März 2026, vorgelegte Planungsunterlagen und öffentliche Stellungnahmen des Bürgermeisters, wie von der Nachrichtenagentur Europa Press berichtet.