Ein Buch würdigt die Olivenarbeiterinnen von Alcalá

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Alcala De Guadaira

Ein Buch würdigt die Olivenarbeiterinnen von Alcalá

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Blick in die Vergangenheit der Olivenstadt

Im Museum von Alcalá de Guadaíra bei Sevilla wurde kürzlich der zweite Band der Reihe „Historias Contadas“ vorgestellt. Das Buch mit dem Titel „Al hilo de los recuerdos“ („Am Faden der Erinnerungen“) basiert auf den Erzählungen von Amalia Borrero Gallardo und ist mit Illustrationen von Francisco Martín Barea versehen. Es widmet sich der lokalen Olivenbautradition und der zentralen Rolle, die Frauen in den Verarbeitungsbetrieben der Stadt spielten.

Persönliche Geschichten als historisches Zeugnis

Die Autorin, die selbst schon in jungen Jahren in die Arbeitswelt eintauchte, schildert in dem Werk ihre persönlichen Erlebnisse. Sie arbeitete in den Olivenlagern, die für viele Frauen aus Alcalá de Guadaíra über Generationen hinweg die Lebensgrundlage darstellten. Ihre Erinnerungen sind eine Hommage an die oft übersehene weibliche Arbeitskraft und ein Stück gelebter Stadtgeschichte.

Ein Denkmal für die „Stadt des Brotes“ und der Olive

Der kommunale Kulturbeauftragte Christopher Rivas betonte bei der Präsentation die Bedeutung des Buches. Es würdige eine der großen Identitäten der Stadt, einen Berufszweig, von dem viele Familien abhingen. Alcalá de Guadaíra sei zwar stolz darauf, die „Stadt des Brotes“ zu sein, doch das Buch erinnere daran, dass die Ortschaft auch eine Stadt der Olive war. Jahrzehntelang wurden von hier aus Fässer mit Oliven in die USA exportiert, was tausenden Familien Arbeit bot.

Rivas hob hervor, dass hinter jedem dieser Fässer die Arbeit von Frauen stand – Mütter, Töchter, Schwestern und Tanten. Sie arbeiteten im Akkord, oft bei Kälte und Regen, und fanden dennoch kaum Eingang in die Geschichtsbücher. Mit dieser Publikationsreihe wolle man Traditionen und Handwerksberufe bewahren, die den Charakter der Stadt geprägt haben.

Dank und Anerkennung für alle Beteiligten

Der Kulturdezernent dankte Amalia Borrero für ihre Sensibilität und Genauigkeit, mit der sie ein Stück Alltagsgeschichte des Olivenhandels festgehalten habe. Auch die weiteren Mitwirkenden fanden Anerkennung: Manuel Fernández Gamero für die Präsentation und die Ermutigung älterer Menschen, ihre Lebensgeschichten aufzuschreiben, Francisco López Pérez für das Vorwort sowie Francisco Martín Barea für seine lebendigen Zeichnungen. Die musikalische Untermalung der Veranstaltung steuerten Juan Diego Bazán, Hugo und Santi bei, die damit die Geschichte ihrer Mutter vertonten. Abschließend lobte Rivas die Arbeit von Museumsdirektor Paco Mantecón und seinem Team, die die Reihe mit viel Engagement betreuen, wie die Europa Press berichtet.


Quelle: europapress.es

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