DNA-Analyse und Verteidigung: Laiglesia fordert mehr Zeit

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sabadell

DNA-Analyse und Verteidigung: Laiglesia fordert mehr Zeit

von Jonas Beck

Verteidigung beantragt Fristverlängerung für Gegenuntersuchung

Der Verteidiger von Santiago Laiglesia, dem Hauptverdächtigen im Mordfall Helena Jubany aus dem Jahr 2001, hat formell eine Verlängerung der Vorbereitungszeit für seine Verteidigungsschrift beantragt. Das ursprünglich bis zum vergangenen Mittwoch gesetzte Fünf-Tage-Frist soll auf 20 Tage ausgeweitet werden. Dies geht aus einem Schreiben an die ermittelnde Richterin des Juzgado de Primera Instancia 2 in Sabadell hervor, das der Nachrichtenagentur Europa Press zugänglich ist.

Der Antrag wird mit zwei Hauptargumenten unterstützt.

Kernpunkt: Gegenanalyse der DNA-Beweise

Zentral ist die Planung einer Gegenperitiale zu den DNA-Beweisen. Laut dem Schreiben hat die Verteidigung das Instituto Canario de Análisis Criminológico beauftragt, ein Gegenexpertise zu den genetischen Analysen durchzuführen. Die Nationalpolizei hatte auf einem Frotis von dem Pullover, den Helena Jubany am Tag ihrer Tötung trug, eine Mischung genetischer Profile festgestellt. Darin wurde DNA identifiziert, die mit dem Profil von Santiago Laiglesia kompatibel ist.

Die Verteidigung fordert für eine adäquate technische Überprüfung Zugang zu allen Primärdaten. Dies beinhaltet nicht nur die bereits erstellten polizeilichen und laborativen Expertisenberichte, sondern auch die Rohdaten der Untersuchungen. Ohne diesen vollständigen Zugang, so argumentiert der Anwalt, könnte das Verteidigungsrecht seines Mandanten "klar vulneriert" werden.

Umfang und Komplexität der Verfahrensakten

Als zweiten Grund für die Fristverlängerung führt der Anwalt die immense Größe und technische Komplexität der Akten an. Das Verfahren umfasst mehr als 4.400 Blatt Papier. Die Verteidigung benötigt Zeit, diese umfangreiche dokumentarische Beweislast systematisch zu analysieren.

Die Familie des Opfers, vertreten durch den Anwalt Benet Salellas, hat bereits die Eröffnung der Hauptverhandlung gegen Laiglesia beantragt. In ihrer Anklageschrift fordert sie für ihn 20 Jahre Haft wegen Mordes mit Heimtücke sowie weitere 6 Jahre wegen illegaler Festnahme, zusammen mit einer Entschädigungssumme von 600.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft hat ebenfalls eine Gesamtstrafe von 26 Jahren gefordert. Für einen weiteren Beschuldigten, Xavier Jiménez, wurde sowohl von der Privatklage als auch der Staatsanwaltschaft die vorläufige Einstellung des Verfahrens beantragt.

Die Richterin hatte der Verteidigung von Laiglesia nach der Anklageerhebung am 20. Mai eine fünf Tage Frist zur Vorlage ihrer Verteidigungsschrift gesetzt, die ursprünglich am vergangenen Mittwoch endete. Die Entscheidung über den Antrag auf Fristverlängerung liegt nun bei der ermittelnden Richterin in Sabadell.


Quelle: europapress.es