Deutlicher Rückgang der Bootsmigration auf Kanaren

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Kanarische Inseln

Deutlicher Rückgang der Bootsmigration auf Kanaren

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Weniger Ankünfte auf den Kanaren

Die Migration über den Atlantik hat in diesem Jahr deutlich nachgelassen. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums erreichten bis zum 30. September nur noch 7.133 Menschen die Kanarischen Inseln. Das sind 44,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, als 12.848 Personen auf dem Seeweg ankamen. Insgesamt wurden in diesem Jahr 95 Boote registriert, im Vergleich zu 211 im Vorjahr.

Die Statistik zeigt damit eine spürbare Entspannung auf der am stärksten von irregulärer Migration betroffenen Route. Trotz des Rückgangs bleibt die humanitäre Lage angesichts der gefährlichen Überfahrten weiterhin ein zentrales Thema für die Behörden und Hilfsorganisationen vor Ort.

Anstieg auf dem Festland

Während die Zahlen auf den Kanaren sinken, steigt der Druck auf das spanische Festland und die Balearen. Wie das Innenministerium mitteilte, kamen dort zwischen Januar und September 12.742 Migranten an – ein Anstieg von 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders auffällig ist die Entwicklung auf den Balearen: Mit 6.408 Ankünften wurden dort 564 Menschen mehr registriert als im gleichen Zeitraum 2025.

Auf dem Festland selbst wurden 6.334 Ankünfte per Boot verzeichnet, ein Plus von 7,9 Prozent. Insgesamt zählte Spanien in den ersten neun Monaten 24.646 irreguläre Einreisen auf dem See- und Landweg. Das entspricht einem Rückgang von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Entwicklung an den Grenzzäunen

Eine gegenläufige Tendenz zeigt sich an den nordafrikanischen Exklaven. In Ceuta stieg die Zahl der irregulären Einreisen auf dem Landweg um 54 Prozent auf 4.076 Personen. Noch deutlicher fiel der Anstieg in Melilla aus: Dort wurden 670 Grenzübertritte registriert, fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Die Behörden führen diese Entwicklung unter anderem auf veränderte Migrationsrouten und regionale Faktoren zurück.

Innenministerium und Küstenwache sehen sich daher mit einer veränderten Lagebild konfrontiert. Die Entlastung der Kanaren wird durch höhere Zahlen an den Landgrenzen und im Mittelmeer teilweise ausgeglichen.


Quelle: europapress.es

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