Kreuzfahrtschiff birgt fünf Leichen im Mittelmeer

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Kreuzfahrtschiff birgt fünf Leichen im Mittelmeer

von Redaktion

Fünf Tote vor spanischer Küste geborgen

In der Nacht zum Dienstag sichtete die Besatzung des Kreuzfahrtschiffs “Sapphire Princess” im Mittelmeer fünf Leichen. Der Fundort lag nach offiziellen Angaben etwa 140 Seemeilen östlich von Cabo de Palos, einer Landspitze in der autonomen Gemeinschaft Murcia. Die Toten wurden an Bord genommen. Das Schiff setzte seine Fahrt fort und erreichte am Dienstagmorgen den Hafen von Cartagena, wo die Leichen den Behörden übergeben wurden.

Die örtliche Delegation der Zentralregierung bestätigte gegenüber Medien, dass die Ermittlungsbehörden eine Untersuchung eingeleitet haben, um die Umstände des Todes der fünf Personen zu klären. Der Fokus liegt dabei auf der Identifizierung der Opfer und der Rekonstruktion der Ereignisse, die zu ihrem Tod führten.

Offene Fragen und laufende Ermittlungen

In den Fokus der Ermittler rückt ein möglicher Zusammenhang mit einem anderen Seenotfall in derselben Region. Erst am vergangenen Montag hatte ein französisches Schiff ein treibendes Schlauchboot gerettet. An Bord befanden sich damals fünf Personen, von denen drei bereits tot waren. Zwei Menschen überlebten.

Ein Sprecher der Regierungsdelegation stellte jedoch klar, dass ein direkter Zusammenhang zwischen den jetzt gefundenen fünf Leichen und dem Schlauboot von Montag nicht bestätigt werden könne. Diese Möglichkeit werde zwar geprüft, sei aber derzeit Spekulation. Die Ermittlungen müssen erst forensische und identifikatorische Ergebnisse liefern.

Im Fall des am Montag geretteten Bootes ergriffen die Behörden bereits juristische Maßnahmen. Einer der beiden Überlebenden wurde festgenommen. Ihm werden fahrlässige Tötung sowie die Begünstigung illegaler Einwanderung vorgeworfen, wie aus den verfügbaren Informationen hervorgeht.

Komplexe Lage im zentralen Mittelmeer

Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die gefährlichen Migrationsrouten über das Mittelmeer. Die Seegebiet östlich von Cabo de Palos liegt an einer Route, die häufig von Menschen genutzt wird, die von Nordafrika aus die europäische Küste erreichen wollen. Die genauen Umstände, unter welchen die fünf geborgenen Personen zu Tode kamen, bleiben Gegenstand der laufenden behördlichen und justiziellen Untersuchungen. Die Route östlich von Cabo de Palos ist Teil einer häufiger genutzten, aber hochriskanten Migrationsroute über das Mittelmeer.

Quelle: Meldungen der Regierungsdelegation Murcia und Berichte der Nachrichtenagentur Europa Press.

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