Box-Gala endet in tumultartiger Massenschlägerei

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Boadilla Del Monte

Box-Gala endet in tumultartiger Massenschlägerei

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Abend, der mit dem Sport nichts mehr zu tun hatte

Boxen ist ein hartes Geschäft, aber die Grenzen zwischen sportlicher Härte und reiner Gewalt sollten nie verschwimmen. Genau das ist am vergangenen Wochenende in Boadilla del Monte jedoch passiert. Was als hochkarätiger Europameisterschaftsabend begann, endete in einem chaotischen Mob, der das Pabellón Rey Felipe VI in eine Arena des blanken Chaos verwandelte. Der Auslöser war ein klassischer Fall von Unmut über eine Punktrichter-Entscheidung – doch die Reaktion war一切的 andere als sportlich.

Als der Funke übersprang

Der Hauptkampf des Abends zwischen Navarro Jr. und ‚Guinea' um den Gürtel der European Boxing Union (EBU) hatte die Zuschauer in seinen Bann gezogen. Als die Juroren ihr Urteil fällten, kochten die Emotionen jedoch über. Wer mit einer anderen Entscheidung gerechnet hatte, ließ seiner Wut freien Lauf. Binnen Sekunden verwandelte sich die Halle in ein Schlachtfeld: Stühle flogen durch die Luft, Absperrgitter wurden zu Wurfgeschossen umfunktioniert. Die Polizei musste nicht eingreifen, weil ein privater Sicherheitsdienst mit rund 45 Kräften die Lage schließlich unter Kontrolle brachte. Glücklicherweise gab es keine Verletzten – das ist bei solchen Szenen beileibe keine Selbstverständlichkeit.

Ein fatales Signal

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Die Federación Madrileña de Boxeo zeigte sich entsetzt und sprach von einem absoluten Tiefpunkt. „Das ist kein Boxen", hieß es in einer Stellungnahme, in der man Ermittlungen ankündigte. Zu Recht. Denn solche Bilder schaden dem Sport enorm. Der respektvolle Umgang, die Disziplin und die sportliche Fairness, die den Faustkampf eigentlich auszeichnen, wurden hier mit Füßen getreten. Der Verband fordert nun, dass die Verantwortlichen nicht ungeschoren davonkommen – eine Forderung, die man nur unterstreichen kann.

Ein Problem, das tiefer sitzt

Man kann die Vorfälle als bedauerlichen Einzelfall abtun, die Wahrheit ist jedoch unbequemer: Die Emotionalität bei Boxveranstaltungen hat in den letzten Jahren spürbar zugenommen. Der Druck auf die Athleten, das Geld und die Rivalitäten zwischen Fanlagern heizen die Stimmung an. Dass es in Boadilla nicht zu einer noch schlimmeren Eskalation kam, ist dem schnellen Eingreifen der Ordner zu verdanken. Die Kommunalverwaltung verurteilte die Krawalle unmissverständlich und sprach von einem Schatten, der über einem Ereignis liege, das sechs Stunden lang friedlich verlaufen war. Das ist richtig – doch es braucht mehr als Worte. Die Verantwortlichen müssen handeln, um solche Szenen in Zukunft zu verhindern. Die Frage ist nicht, ob es wieder passieren kann, sondern wo.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, dauern die Untersuchungen der Vorfälle an. Die zuständigen Gremien wollen die Vorfälle aufarbeiten und Konsequenzen ziehen. Es bleibt zu hoffen, dass diese nicht nur symbolischer Natur sind.


Quelle: europapress.es

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