Antonio Carmona: Zwischen Flamenco und Fusion

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Granada

Antonio Carmona: Zwischen Flamenco und Fusion

von Redaktion

Eine Karriere von fast fünfzig Jahren

Mit fast 61 Jahren steht Antonio Carmona kurz vor einem bedeutenden Jubiläum: In zwei Jahren wird er fünfzig Jahre auf der Bühne stehen. Seine Karriere begann im Alter von 14 Jahren in Tablaos und führte ihn zu den Höhen des Flamenco-Fusion-Pioniers Ketama, bis zur Gruppe vor zwanzig Jahren. Sein neues Album "Baro drom (Éxodo)" markiert einen persönlichen und kollektiven Bezugspunkt.

"Baro drom": Eine musikalische und historische Referenz

Carmona erklärt gegenüber der Zeitung Málaga Hoy, dass das Album eine doppelte Funktion hat. Es ist sowohl eine Konmemoration der Ankunft der Roma in Spanien vor sechs Jahrhunderten als auch ein "musikalischer Exodus" – eine Bewegung zwischen Studios, Komponisten und Produzenten. Seine künstlerische Philosophie bleibt dabei klar: "Der Engegen ist die Reinheit", sagt Carmona und betont damit, dass musikalische Fusion nicht Verlust, sondern eine Form der Authentizität ist. Auf dem Album fusioniert er beispielsweise mit dem Kolumbianer Chabuco oder integriert Rap-Elemente mit Bigflo & Oli.

Vergessenes Erbe und persönliche Verantwortung

Carmona weist auf einen historischen Kontrast hin. Während das Leiden der Juden im Holocaust weitgehend bekannt und anerkannt ist, sei das der Roma weit weniger im öffentlichen Gedächtnis. Er erwähnt, dass über 700.000 Roma während dieser Zeit ums Leben kamn und fordert eine größere öffentliche Würdigung. Diese persönliche Verbindung zum Erbe spiegelt sich auch in seiner Musik wider. Er nennt Legenden wie La Niña de los Peines oder Pastora Imperio als "unsere Billie Holiday", deren Bekanntheit außerhalb der Flamenco-Welt jedoch gering sei.

Ketama, Fusion und ein klarer Abschluss

Die Band Ketama, deren Name auf ein marokkanisches Gebirge zurückgeht, war laut Carmona "eine der interessantesten Fusionen", die "temazos preciosos" hervorbrachte. Die kreative Freiheit der damaligen Zeit, die auch andere Formen des Zusammenfinden umfasste, verteidigt er, während er sich klar gegen härtere Drogen stellt und die destruktive Wirkung der Heroine in seinem Umfeld beklagt.

Carmona gibt einen konkreten Zeitrahmen für seine weitere Karriere an. Er rechnet die Zeit seines Militärdienstes hinzu und plant, nach Erreichen der fünfzig Jahre auf der Bühne nicht wie einige Kollegen bis ins hohe Alter weiterzumachen. "Ich bin nicht von denen", stellt er fest.

Granada, Sevilla und die Frage der "cuna flamenca"

Carmona spricht auch über die geografischen Zentren des Flamenco. Er selbst wurde als "der letzte Habichuela, der in Granada geboren wurde" bezeichnet und bezieht sich auf die musikalische Tradition seiner Familie. Sevilla und Jerez habe ihre Bedeutung, doch Granada als Ursprung bleibt für ihn persönlich präsent, etwa durch die "tangos candongos" mit seinem Onkel Pepe. Er erwähnt die solidarische Arbeit von Projekten wie Caracafé in Sevilla, die heute als wichtige Plattform fungiere, wo früher keine Hilfen existierten.

Carmona bezeichnet Ray Heredia, einen früheren Ketama-Mitglied, als den "Prince flamenco" und hebt seine bahnbrechende Rolle für die moderne spanische Musik hervor. Seine eigene Rolle sieht er zwar als "punta de lanza" in anderen Bereichen, doch sein Fundament ist das traditionelle Flamenco-Wissen, das er von Beginn an "mamado" hat.