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87-Jährige kehrt nach Einigung zurück
Nach stundenlangen Verhandlungen gibt es im Fall der 87-jährigen Maricarmen Abascal eine Lösung. Die Frau, die vor rund einer Woche zwangsgeräumt worden war, kann in ihre Wohnung in der Sainz de Baranda 46 zurückkehren. Das teilte die städtische Wohnungsbaugesellschaft EMVS Madrid nach einem Treffen am Montagabend mit.
Vermittlung mit mehreren Beteiligten
An dem Gespräch nahmen neben Abascals Anwältin Beatriz Duro auch Vertreter der Mieterorganisation Sindicato de Inquilinas sowie die Firma Urbagestión teil, die als Eigentümerin auftritt. Die EMVS Madrid fungierte als Vermittlerin. Das Unternehmen Urbagestión wollte sich nach dem Treffen nicht öffentlich äußern.
Nach Angaben von EMVS-Chefin Ana de Miguel sieht die Einigung einen Mietvertrag nach dem spanischen Mietrecht vor. Die Laufzeit soll bis zu acht Jahre betragen. Die Miete wird auf höchstens 30 Prozent der Nettoeinkünfte von Maricarmen Abascal gedeckelt. Damit dürfte sie ungefähr auf dem Niveau liegen, das die Frau zuvor zahlte.
Zudem übernimmt der kommunale Vermittlungsdienst SIA die Begleitung: Abascal bekommt Rechts- und Finanzberatung, der Eigentümer erhält eine Versicherung gegen Mietausfälle. Die EMVS steht als Garant für die Zahlungen ein.
Noch fehlt die Unterschrift
Obwohl die Runde als Erfolg gewertet wird, ist die Einigung noch nicht endgültig. Nach Angaben von Anwältin Duro muss zunächst Maricarmen Abascal selbst zustimmen, die noch immer im Krankenhaus Gregorio Marañón behandelt wird. Sie habe zum Zeitpunkt des Treffens schon geschlafen; eine Rückmeldung werde möglicherweise am Dienstagvormittag erwartet. Wenn sie den Vertrag unterschreibt, kann sie direkt nach ihrer Entlassung nach Hause gehen.
Duro sprach von einem historischen Moment. Ohne die öffentliche Mobilisierung und den Druck der Mieterorganisation wäre der Fall vermutlich anders ausgegangen. Die Verhandlungen hätten mehr als 20 Klauseln umfasst, ergänzte Sprecherin Carolina Vilareño. Man habe sich nach ihrer Darstellung ohne größere Differenzen geeinigt.
Ein Signal über den Einzelfall hinaus
Der Fall hat in Madrid eine Debatte über Zwangsräumungen ausgelöst. Nun wird gefordert, dass solche Vermittlungen künftig nicht die Ausnahme bleiben. Städtische Stellen sollten bereits vor einer Räumung nach alternativen Lösungen suchen, sagte Duro. Auch Vilareño betonte, die Präsenz von Mieterorganisationen könne helfen, das Machtungleichgewicht zwischen Vermieter und Mieter auszugleichen.
Wie das Nachrichtenportal 20minutos.es berichtet, war allein die Tatsache, dass die EMVS zu einer solchen Vermittlung bereit war, außergewöhnlich. Wenn Maricarmen Abascal zustimmt, kann die 87-Jährige nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus wieder durch ihre eigene Haustür gehen.
Quelle: 20minutos.es