
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
400 Menschen protestieren gegen Sol-Besetzung
Gegenprotest in Madrid
In der spanischen Hauptstadt hat es am Samstagabend eine Demonstration gegen die anhaltende Besetzung der Puerta del Sol gegeben. Nach Angaben der Delegación del Gobierno versammelten sich rund 400 Menschen auf der Plaza de Cibeles vor der Banco de España. Organisiert wurde die Aktion von der Plattform "Indignados por España", die für eine "soziale und nationale" Wohnungspolitik eintritt. Unter den Teilnehmern befanden sich auch Mitglieder der ultranationalistischen Gruppen Núcleo Nacional und Democracia Nacional.
Die Protestierenden richteten ihre Parolen gegen die Zentralregierung, die Besetzung am Sol und forderten zudem "Massendeportationen" und die "Verteidigung der nationalen Souveränität" – ein Verweis auf die jüngste Migration über Ceuta. Eigentlich wollten die Veranstalter zur Puerta del Sol ziehen, verlegten den Treffpunkt aber kurzfristig zur Banco de España.
Antifaschistische Gegendemo
Währenddessen versammelten sich mehrere hundert Menschen direkt auf der Puerta del Sol, um die dortige Besetzung zu verteidigen. Mit Rufen wie "Hier sind die Antifaschisten" stellten sich Gruppen wie Madrid Antifascista den erwarteten Ankömmlingen entgegen. Zwischen der Banco de España und der Puerta del Sol hatten die Behörden rund 500 Polizeikräfte positioniert, ein direktes Aufeinandertreffen wurde so verhindert.
Die beiden Proteste fielen zeitlich mit den landesweiten Wohnungsprotesten zusammen, die in rund 50 Städten Spaniens stattfanden. In Madrid gingen laut Behördenangaben etwa 70.000 Menschen auf die Straße, der Sindicato de Inquilinas spricht sogar von 500.000 Teilnehmern. Vier Demonstrationszüge liefen dabei am Vormittag auf der Plaza de Cibeles zusammen.
Politischer Kontext
Auslöser der landesweiten Proteste war die Räumung der 87-jährigen Maricarmen aus ihrer Wohnung im Stadtteil Retiro sowie das Scheitern der Wohnungsbau-Dekrete der Regierung im Kongress am Vortag. Die Regierungsvorlage war am Widerstand von PP, Vox und Junts gescheitert. Wie die Zeitung "El País" berichtet, kündigte die Sprecherin des Sindicato de Inquilinos, Valeria Racu, am Samstag einen bevorstehenden Generalstreik für das Thema Wohnen an. Ein konkretes Datum stehe aber noch nicht fest, da Verhandlungen mit den großen Gewerkschaften liefen.
Quelle: europapress.es