
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ärzte blockieren Straße - "Das Gesundheitssystem ist krank"
Protestaktion vor dem Klinikgelände
Am Dienstagmorgen haben Mediziner des Hospital General de València für etwa fünf Minuten den Verkehr auf der Avenida Tres Cruces lahmgelegt. Die Aktion richtete sich gegen die anhaltende Überlastung des Gesundheitssystems und die aus Sicht der Ärzteschaft unzureichenden Rahmenbedingungen. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, versammelten sich die Demonstranten mit Transparenten wie „La Sanidad está enferma“ (Die Gesundheit ist krank) am Hauptzugang des Krankenhauses.
Symbolik und Forderungen
Die Protestierenden nutzten dabei gezielt medizinische Symbolik: An Infusionsständern befestigte Schilder zeigten Aufschriften wie „Vocación vía intravenosa, ritmo 24/7“ (Berufung intravenös, Rhythmus rund um die Uhr) oder „Resiliencia I.V.“ (Resilienz intravenös). Weitere Plakate mit der Aufschrift „Sin médicos no hay sanidad“ (Ohne Ärzte keine Gesundheit) und „Zombi de guardia“ (Diensthabender Zombie) untermauerten die Kritik an den Arbeitsbedingungen. Unter Rufen wie „Hora trabajada, hora cotizada“ (Gearbeitete Stunde, bezahlte Stunde) machten die Mediziner ihrem Unmut Luft.
Unterschiedliche Beteiligungszahlen
Die Regionalregierung der Valencianischen Gemeinschaft bezifferte die Beteiligung am zweiten Streiktag dieser Woche auf 7,13 Prozent. Dabei zeigten sich deutliche regionale Unterschiede: In der Provinz Alicante lag die Quote bei 11,14 Prozent, in Valencia bei 5,53 Prozent und in Castellón bei 4,04 Prozent. Die Gewerkschaft CESM widerspricht diesen Angaben und spricht von einer „außergewöhnlichen“ Beteiligung von 91 Prozent. Dabei verweist sie auf die hohen Mindestdienstquoten, die in den Krankenhäusern zwischen 75 und 100 Prozent und in der Primärversorgung bei 50 Prozent liegen.
Vierte Streikwoche und Ausblick
Der aktuelle Ausstand ist bereits die vierte Woche des seit einiger Zeit laufenden unbefristeten Streiks und die fünfte Protestrunde seit Dezember. Die Kernforderungen der Ärzteschaft richten sich an das Gesundheitsministerium in Madrid, das ein eigenes Berufsstatut (Estatuto Marco) verabschieden soll. Von der Regionalverwaltung fordern die Mediziner mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und ein Ende der Überlastung in der Patientenversorgung.
Für Mittwoch ist eine größere Demonstration angekündigt: In Valencia soll der Zug um 18:30 Uhr vom Palau de la Generalitat zur Delegación de Gobierno führen. In Alicante planen die Organisatoren einen Marsch von der Plaza del Mercado Central zur Casa de las Brujas, während sich die Kollegen aus Castellón dem Protestzug in Valencia anschließen wollen. Der Streikkomitee hat für Donnerstag ein Treffen mit Vertretern der Regionalverwaltung anberaumt.
Quelle: europapress.es