
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Zwei Tote auf Flüchtlingsboot vor El Hierro
Der Preis der Hoffnung: Zwei Todesfälle bei Ankunft in La Restinga
Wieder einmal zeigt sich die brutale Realität der Migrationsroute über den Atlantik: Ein erneut hoffnungslos überladenes Holzboot erreichte in der Nacht die Kanareninsel El Hierro. Doch die Ankunft war von Tragik überschattet. Zwei Menschen, die sich auf der gefährlichen Überfahrt befanden, haben die Reise nicht überlebt. Ihre Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa endete still und unbemerkt auf dem Meer.
131 Menschen auf einem Boot – die Rechnung geht nicht auf
Die Rettungskräfte wurden alarmiert, nachdem das Boot südlich der Insel gesichtet worden war. Die „Salvamar Diphda“ machte sich umgehend auf den Weg und eskortierte den seeuntüchtigen Kahn bis in den Hafen von La Restinga. Die Bilanz ist erschütternd und wirft zugleich ein Schlaglicht auf das Versagen der europäischen Migrationspolitik: 131 Menschen drängten sich auf dem Boot, darunter 25 Frauen und acht Minderjährige. Das ist keine spontane Hilfsaktion, das ist organisierte Todesgefahr, die hier täglich ihr Gesicht zeigt.
Wer jetzt noch von einer „Entlastung“ der Kanaren spricht, verkennt die Lage. Die Inseln sind zum Nadelöhr einer humanitären Katastrophe geworden. Jede einzelne dieser 131 Personen ist ein Beleg dafür, dass Abschreckung nicht funktioniert – sondern nur Leid produziert. Die Zahl der Toten, die in der offiziellen Statistik oft nur als Randnotiz auftaucht, ist die eigentliche Anklage gegen eine Politik, die sich in Sicherheitspartnerschaften mit Drittstaaten ergießt, statt legale Einwanderungswege zu schaffen.
Während die Behörden die genaue Zahl der Opfer noch prüfen (die Angaben des Zentrums für Sicherheit und Notfälle der Kanarischen Regierung stehen aus), bleibt eines gewiss: Jede tote Person auf dieser Route ist einer zu viel. Die Rettungskräfte leisten Tag für Tag Außergewöhnliches, doch sie sind nur die Feuerwehr, nicht die Lösung. Die Lösung wäre, die Fluchtursachen zu bekämpfen und jenen Menschen, die keine andere Wahl haben, nicht länger den Tod als einzige Option zu lassen.
Quelle: europapress.es