Zehntausende protestieren in Madrid gegen Mietpreise

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

Zehntausende protestieren in Madrid gegen Mietpreise

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Massenprotest gegen Wohnungsnot

Madrid war am Samstag Schauplatz einer der größten Wohnungsproteste der letzten Jahre. Nach Angaben der Regierungsdelegation versammelten sich 70.000 Menschen im Zentrum der Hauptstadt, die Organisatoren sprechen sogar von einer halben Million Teilnehmern. Der Unmut richtet sich gegen die gescheiterten Wohnungsdekrete, die der Kongress am Freitag abgelehnt hatte.

Junge Mieter besonders betroffen

Die 29-jährige Irene, die gemeinsam mit ihrer Freundin Ariadna an der Demonstration teilnahm, beschreibt die Lage vieler junger Menschen: "Die Miete verschlingt bei den meisten jungen Arbeitnehmern rund 70 Prozent des Gehalts. Dazu kommen Lebensmittel und andere Ausgaben – das geht rechnerisch nicht auf." Beide Frauen leben zur Miete und sehen den Traum vom Eigenheim in weite Ferne gerückt. "Eine eigene Wohnung zu besitzen, ist völlig unrealistisch" , ergänzt Irene.

Die Ablehnung der Dekrete durch das Parlament kam für viele Demonstranten nicht überraschend, dennoch zeigte sich Ernüchterung. "Man hat es kommen sehen, aber ein Funken Hoffnung bleibt immer", sagt Irene. Die Protestbewegung fordert nun eine allgemeine Mietpreisbremse und die automatische Verlängerung von Mietverträgen.

Breite Unterstützung aus der Bevölkerung

Nicht nur junge Menschen beteiligten sich an den Kundgebungen, die in mehr als 50 Städten stattfanden. María José, 66 Jahre alt, fasst ihre Motivation zusammen: "Ich kenne Menschen, die zwischen Essen und Miete wählen müssen. Das kann so nicht weitergehen."

Die Organisatoren vom Mietersyndikat kündigten bereits weitere Schritte an. Die Forderung nach einem Generalstreik gewinnt in der Bewegung zunehmend an Unterstützung. Kritik üben die Demonstranten nicht nur an der Regierung, sondern auch an der Kommunal- und Regionalpolitik Madrids. Besonders im Fokus stehen dabei Investoren, die Wohnraum als Kapitalanlage nutzen.

Die Hoffnung auf schnelle politische Lösungen bleibt allerdings gedämpft. "Vor uns liegen Wahlen, und ich fürchte, das Ergebnis könnte noch schlechter werden als die jetzige Situation. Das macht mir wirklich Angst", sagt die junge Demonstrantin Irene. Wie die Zeitung 20 Minutos berichtet, waren auch am Samstag wieder das Schlüssel-Schütteln und Rufe nach bezahlbarem Wohnraum die bestimmenden Bilder des Protests.


Quelle: 20minutos.es

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