Zehn Jahre nach La Manada

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Pamplona

Zehn Jahre nach La Manada

von Clara Weber2 Min. Lesezeit

Zehn Jahre nach der brutalen Gruppenvergewaltigung während der Sanfermines verbüßen die fünf Täter des als „La Manada“ bekannt gewordenen Falls weiterhin ihre Haftstrafen. Wie die spanische Tageszeitung 20 Minutos berichtet, sind die Männer jedoch in unterschiedlichen Haftanstalten untergebracht und einige von ihnen haben bereits erste Haftlockerungen erhalten.

Die Tat, bei der die damals 18-jährige Frau von der Gruppe in einem Hauseingang in Pamplona vergewaltigt und das Geschehen gefilmt wurde, schockierte Spanien und löste massive Proteste aus. Die fünf Freunde aus Sevilla wurden noch am selben Tag, dem 7. Juli, gefasst und kamen in Untersuchungshaft. Nach einem jahrelangen Justizmarathon, der durch ein zunächst mildes Urteil wegen „sexuellen Missbrauchs“ weitere Empörung auslöste, verurteilte der Oberste Gerichtshof sie 2019 endgültig zu 15 Jahren Haft wegen Gruppenvergewaltigung mit dem Strafverschärfungsgrund der entwürdigenden Behandlung.

Jeder der Verurteilten wurde in eine andere Justizvollzugsanstalt verlegt, um eine erneute Gruppendynamik zu verhindern. Drei von ihnen sitzen in andalusischen Gefängnissen: der ehemalige Guardia Civil Antonio Manuel Guerrero in Sevilla, Ángel Boza in Albolote (Granada) und José Ángel Prenda in El Puerto III (Cádiz). Jesús Escudero, Friseur von Beruf, wurde nach Huelva gebracht, während der Ex-Soldat Alfonso Jesús Cabezuelo in der Haftanstalt Topas in Salamanca (Kastilien und León) einsitzt. Cabezuelo muss zudem eine weitere Haftstrafe von eineinhalb Jahren für eine frühere Sexualstraftat in Pozoblanco (Córdoba) verbüßen.

Im Jahr 2023 zeigten sich erste Auswirkungen der Strafvollstreckung: Cabezuelo, der sich nach seiner Verurteilung vom Rest der Gruppe distanziert hatte, bekam als Erster Hafturlaub bewilligt. Der Richter begründete dies mit der Ableistung von mehr als einem Viertel der Strafe sowie positiven Gutachten aus der Haft. Im August 2025 folgte ein weiterer, ähnlich kurzer Ausgang. Er verzichtete zudem auf die ihm ebenfalls zustehende Strafminderung.

Drei der Täter – Ángel Boza, José Ángel Prenda und Jesús Escudero – profitierten von der 2023 in Kraft getretenen Reform des Sexualstrafrechts, bekannt als „Ley del solo Sí es Sí“. Ihre Haftstrafen wurden daraufhin von 15 auf 14 Jahre herabgesetzt. Prenda hatte zuvor schriftlich Reue gegenüber dem Opfer geäußert. Einem weiteren der Männer wurden Haftlockerungen verweigert. Die spanische Justiz und die Gefängnisbehörden stehen weiterhin vor der Herausforderung, die Resozialisierung der Täter zu begleiten, während das öffentliche Interesse an dem Fall, der eine gesellschaftliche Debatte über sexualisierte Gewalt auslöste, ungebrochen hoch ist.


Quelle: 20minutos.es

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