Wohnungsmangel bedroht Arbeitsmarkt in Sierra Nevada

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

Wohnungsmangel bedroht Arbeitsmarkt in Sierra Nevada

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Ferienwohnungen verdrängen Personalquartiere

Die Vorfreude auf den Saisonstart hält sich in Grenzen, wenn es um die Frage der Unterbringung geht. In Sierra Nevada zeichnet sich erneut ein gravierender Engpass bei der Wohnraumsuche für Beschäftigte ab. Der Präsident des örtlichen Unternehmerverbands, Ordoño Vázquez, schildert die Lage gegenüber Europa Press als prekär: Die rasante Ausbreitung von Ferienwohnungen habe den verfügbaren Platz für festangestellte Saisonkräfte nahezu vollständig aufgebraucht. Man stehe buchstäblich ohne Unterkünfte da, so Vázquez wörtlich.

Vázquez zieht einen Vergleich mit touristischen Hotspots wie Ibiza, wo bezahlbarer Wohnraum längst zur Mangelware geworden ist. Diese Entwicklung habe direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Die fehlende Unterbringungsmöglichkeit erschwere die Einstellung neuer Mitarbeiter erheblich und gefährde letztlich die Wertschöpfung in der gesamten Region.

Verpasste Chancen und saisonale Vorbereitungen

Als zusätzlichen Rückschlag wertet der Verbandschef die Umwidmung eines bisherigen Stellplatzes für Wohnmobile. Ein regulierter Campingplatz mit grundlegender Infrastruktur wäre eine Chance gewesen, die Lage zu entschärfen. Die nun erfolgte Verlagerung auf einen begrenzten Parkplatz sieht Vázquez als verpasste Gelegenheit, die man hätte nutzen können.

Derzeit, so Vázquez weiter, hätten Saisonarbeiter nur zwei Optionen: Sie pendeln täglich aus der Provinzhauptstadt Granada an oder sie halten an einem langfristig gemieteten Apartment im Skigebiet fest.

Baustellen und technische Modernisierung

Ungeachtet der Wohnungsfrage laufen die Vorbereitungen für den Winter auf Hochtouren. Der Fokus liegt dabei auf der Reparatur der Zufahrtsstraße bei Kilometer 31, deren Arbeiten kurz vor dem Abschluss stehen. Auch die Instandsetzung der Pistenverbindungen R1 und R2 wird während der Saison unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgeführt.

Die Gemeinde Monachil investiert Millionen in die Sanierung der Urbanisation Pradollano, wovon Fahrbahnbelag, Ausschilderung und Bushaltestellen profitieren sollen. Zudem ergänzt die Betreibergesellschaft Cetursa ihr Beschneiungssystem um weitere Kanonen.

Saisonstart und technische Überholung

Laut Cetursa ist der Auftakt für das letzte Novemberwochenende geplant, sofern die Witterungsverhältnisse mitspielen. Der Online-Verkauf von Skipässen startet bereits am 28. November. Die ersten Schneefälle des Wochenendes werten die Verantwortlichen als psychologischen Auftrieb – ein entsprechendes Video verzeichnete 1,2 Millionen Aufrufe.

Im Vorfeld unterzieht das Unternehmen mehrere Schlepplifte, darunter Stadium, Laguna und Montebajo, einer turnusmäßigen Prüfung, die nach 25 Jahren vorgeschrieben ist. Darüber hinaus wird die Einstiegsmatte am Lift Stadium erneuert und die Station des Monachil-Lifts generalüberholt. Bei der Schneeerzeugung konzentrieren sich die Arbeiten auf die Abdichtung des Speicherbeckens Borreguiles, um Wasserverluste zu verhindern. Zwei neue Containerschneeanlagen werden in Borreguiles und an der Piste El Río installiert. Für die Pistenpflege steht zudem eine neue Pistenmaschine sowie vier Schneemobile bereit.

Neues Parkkonzept in Pradollano

Die Betreibergesellschaft plant eine Neuausrichtung zweier Parkflächen: Der Stellplatz Las Sabinas unweit des Sportzentrums wird künftig keine Wohnmobile mehr aufnehmen, sondern steht Tagesgästen sowie Dauerparkern wie Eigentümern und Personal zur Verfügung. Der höher gelegene Parkplatz Peñones erhält eine neue Zufahrt und richtet eine separate Fläche für Wohnmobile ein. Zudem wurde der Busparkplatz am Ortseingang teilweise neu asphaltiert und besser beschildert. Die öffentlichen Toilettenanlagen in der Tiefgarage am Platz der Andalusischen Versammlung werden ebenfalls renoviert. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Monachil steht die komplette Erneuerung der Beleuchtung auf dem Platz an.


Quelle: europapress.es

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