
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Wilder Nachwuchs in der Brunftzeit
Ein neues Kapitel im Tierpark
Während die Hirsche in den Wäldern Spaniens derzeit mit markerschütternden Rufen um die Gunst der Weibchen buhlen, gibt es in Murcia einen ganz anderen Grund zum Jubeln. Im dortigen Naturpark Terra Natura sind gleich zwei Hirschkälber zur Welt gekommen – beide weiblich. Damit lebt nun eine stattliche Herde von 18 Tieren in der Anlage. Die beiden Neugeborenen wachsen behütet in der Gruppe auf, lernen von älteren Tieren und finden langsam ihren Platz in der Rangordnung.
Die weibliche Macht im Rudel
Es ist ein Detail, das manche Besucher überraschen mag: Nicht die stattlichen Geweihträger, sondern die Kühe sind das eigentliche Fundament der Herde. Sie organisieren das soziale Gefüge, halten die Gruppe zusammen und geben über Generationen hinweg ihr Wissen weiter. In einer Zeit, in der die Hirsche hochzufrieden durch den Park stolzieren, sind es die weiblichen Tiere, die Tag für Tag die Verantwortung tragen. Der weibliche Nachwuchs ist daher für die Stabilität der Kolonie ein echter Glücksfall.
Ein Naturschauspiel der besonderen Art
Der Zeitpunkt könnte kaum symbolträchtiger sein. Wir befinden uns mitten in der Berrea, der Brunftzeit – dem Spektakel des Herbstes. Die Hirsche im Park zeigen sich jetzt von ihrer imposantesten Seite: Sie röhren, um ihre Stärke zu demonstrieren und Weibchen anzulocken. Es ist ein uraltes Ritual, bei dem klare Hierarchien ausgefochten werden. Dass ausgerechnet jetzt neues Leben entsteht, zeigt den Kreislauf der Natur in seiner ganzen Pracht – erst der Kampf um die Fortpflanzung, dann das Leben, das daraus entsteht.
Ein Besuch lohnt sich
Der Park bietet damit mehr als nur eine weitere Attraktion für Besucher. Wer jetzt kommt, erlebt die Höhepunkte des Hirschjahres hautnah: die röhrenden Männchen, die fürsorglichen Mütter und die verspielten Kälber. Während andere Zoos ihre Tiere in sterilen Gehegen präsentieren, setzt Terra Natura auf weitläufige Anlagen, die den Tieren ein artgerechtes Dasein ermöglichen. Die neuen Kälber sind dabei nicht nur ein Beweis für das Wohlbefinden der Herde, sondern auch ein starkes Argument gegen die Kritik an der Gefangenschaft von Wildtieren – zumindest dann, wenn Artenschutz und artgerechte Haltung im Mittelpunkt stehen, wie es hier offenbar der Fall ist.
Wie der Nachrichtendienst Europa Press berichtet, stammt die Information vom Rathaus Murcias. Die Haltung in Terra Natura Murcia wird dabei als Teil eines langfristigen Erhaltungsprogramms für einheimische Wildtiere betrachtet.
Quelle: europapress.es