Weniger Gewaltanzeigen in Murcia

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Murcia

Weniger Gewaltanzeigen in Murcia

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Positive Entwicklung bei Gewaltschutz

Die Justizbehörden der Region Murcia haben im zweiten Quartal 2026 einen spürbaren Rückgang der registrierten Gewaltdelikte verzeichnet. Konkret gingen 1.802 Anzeigen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt ein – das sind 9,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, als 1.985 Fälle dokumentiert wurden.

Auch die Zahl der betroffenen Frauen sank deutlich: 1.627 Frauen wurden in diesem Zeitraum als Opfer geführt, ein Minus von 11,8 Prozent gegenüber 1.845 im Jahr zuvor. Damit entwickelt sich die Region entgegen dem Bundestrend: In ganz Spanien stiegen die Anzeigen um fast zehn Prozent, die Zahl der betroffenen Frauen nahm um 7,6 Prozent zu, wie das Observatorium gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt des Generalrats der Justiz (CGPJ) berichtet.

Trotz des Rückgangs bleibt die Rate mit 20,5 betroffenen Frauen pro 10.000 Einwohnerinnen leicht über dem landesweiten Schnitt von 20,0.

Schutzmaßnahmen greifen häufiger

Die Zahl der beantragten Schutzanordnungen ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,2 Prozent auf 394 zurück. Von diesen Anträgen wurden 312 bewilligt – das entspricht einer Erfolgsquote von 79,2 Prozent und liegt deutlich über dem spanienweiten Wert von 69 Prozent.

Insgesamt ordneten die Gerichte 1.047 straf- und zivilrechtliche Schutzmaßnahmen an, vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders auffällig: Die Anordnung von Wohnungsverweisen hat sich mehr als verdoppelt – von 35 auf 77 Fälle. Rückläufig waren hingegen Kontakt- und Annäherungsverbote: Die Zahl der Abstandsauflagen sank um 8,8 Prozent auf 268, die der Kommunikationsverbote um 21,6 Prozent auf 229.

Im zivilrechtlichen Bereich stehen Unterhaltszahlungen mit 83 Anordnungen an erster Stelle – ein Anstieg von 18,6 Prozent. Auch die Zuweisung der Familienwohnung nahm zu (41 Fälle). Weniger häufig wurden dagegen Besuchsrechtsentzüge (53, minus 15,9 Prozent) und Sorgerechtsentzüge (17, minus 37 Prozent) verfügt.

Hohe Verurteilungsquote

Die auf Gewaltschutz spezialisierten Gerichtsabteilungen der Region fällten 502 Urteile, davon 492 Schuldsprüche – eine Verurteilungsquote von 98 Prozent, die über dem nationalen Vergleichswert von 93,8 Prozent liegt. Auch in den Strafkammern fiel die Quote mit 78,2 Prozent höher aus als im Bundesschnitt (71,8 Prozent).

Die meisten der 1.627 betroffenen Frauen waren Spanierinnen (945). Während ihre Zahl im Jahresvergleich um 21,6 Prozent sank, stieg die der ausländischen Opfer um 6,7 Prozent auf 682. Damit ist ihr Anteil an allen Betroffenen auf 41,9 Prozent gestiegen.

156 Frauen machten von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch – vier Prozent mehr als im Vorjahr, aber unter dem Bundesdurchschnitt von 11,4 Prozent.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei minderjährigen Tatverdächtigen: Nur drei Jugendliche wurden wegen Gewaltdelikten angeklagt, 62,5 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die Gesamtzahl der eingegangenen Strafverfahren sank um 9,3 Prozent auf 1.808, wobei insbesondere die beschleunigten Verfahren deutlich abnahmen. Als Grund für die positive Entwicklung gelten unter anderem die konsequentere Umsetzung von Schutzmaßnahmen und eine gestiegene Sensibilisierung in der Bevölkerung.


Quelle: europapress.es

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