
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Vélez-Málaga verliert seinen Bürgermeister
Rückzug nach politischem Druck
Die Kommunalpolitik an der Costa del Sol erlebt einen überraschenden Wechsel: Jesús Lupiáñez hat am Mittwoch offiziell seinen Rücktritt als Bürgermeister von Vélez-Málaga eingereicht. Gleichzeitig legt der Politiker der konservativen Volkspartei (PP) auch sein Mandat als Stadtrat nieder. Damit endet seine Amtszeit an der Spitze der Stadtverwaltung nach nur wenigen Jahren.
In einer öffentlichen Erklärung begründete der scheidende Bürgermeister seinen Schritt. Es sei eine schmerzhafte Entscheidung gewesen, gab Lupiáñez zu, zumal er 2023 noch seinen Traum verwirklicht hatte, Bürgermeister seiner Heimatstadt zu werden. Nach Tagen der Reflexion und Gesprächen mit Familie, Bürgern und Parteikollegen sei ihm jedoch klar geworden, dass sein Rückzug angesichts der aktuellen Lage notwendig sei. Der 43-Jährige kündigte an, seinen alten Posten als Beamter der Regionalverwaltung Junta de Andalucía wieder aufzunehmen.
Unmut über Müllgebühren
Der Rücktritt kommt nicht aus dem Nichts. Lupiáñez räumte ein, dass es in der Bevölkerung erheblichen Unmut über bestimmte Entscheidungen seiner Verwaltung gegeben habe. Besonders die Einführung einer neuen Müllgebühr sorgte für Kritik. Der Bürgermeister verwies jedoch darauf, dass diese Abgabe auf eine EU-Richtlinie und entsprechende nationale Gesetzgebung zurückgehe. Gleichzeitig verteidigte er die Finanzpolitik seines Teams: Man habe die Steuerlast unter dem Durchschnitt vergleichbarer Städte gehalten und eine geplante Erhöhung der Wasserpreise verhindert.
Trotz der Kritik zog Lupiáñez eine überwiegend positive Bilanz seiner Amtszeit. Er hob mehrere Projekte hervor, die nach jahrelangem Stillstand endlich vorankamen. Dazu zählen die Wiedereröffnung des Theaters Lope de Vega, der Bau zweier Abschnitte des Camino de Torrox sowie der Anschluss mehrerer Ortsteile an das Trinkwassernetz. Jahrzehntelang hatten Bewohner von El Trapiche, Loma del Sapo und La Rabia auf sauberes Leitungswasser gewartet.
Investitionen und offene Baustellen
Weitere Erfolge seiner Amtszeit sind laut Lupiáñez Verbesserungen in der archäologischen Stätte Los Toscanos, Investitionen von über zwei Millionen Euro in Schulen sowie die Übernahme von 24 Wohnsiedlungen in städtische Verwaltung. Auch der Bau eines Gehwegs zwischen Benajarafe und Chilches sowie Abschnitte des Küstenwanderwegs wurden vorangetrieben. Nicht zuletzt die Überdeckelung der Bäche in Triana nannte er als Meilenstein.
Der scheidende Bürgermeister räumte jedoch ein, dass weiterhin viel zu tun bleibe. Vélez-Málaga habe sich aus der Lähmung befreit, dürfe aber nicht nachlassen, betonte er. Kritik übte er an der ausbleibenden Unterstützung der Zentralregierung: Die Verbesserung der Verkehrsanbindung an der A-7 sei nicht vorangekommen, und auch das Projekt einer Entsalzungsanlage für die Region Axarquía stecke fest.
Appell für politischen Anstand
Ein weiteres Thema bewegte Lupiáñez sichtlich: das politische Klima. Er beklagte persönliche Angriffe, Anfeindungen gegen Familienangehörige von Mandatsträgern und respektlose Äußerungen gegenüber Parteikolleginnen. „Nicht alles ist erlaubt“, sagte er mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen und forderte eine Politik, die von Dialog und Konsens geprägt sei.
In seiner Abschiedsrede dankte Lupiáñez seinem Regierungsteam, den städtischen Mitarbeitern sowie zahlreichen Vereinen und Organisationen. Besondere Worte fand er für die religiösen Bruderschaften der Stadt, deren Traditionen eng mit der Geschichte Vélez-Málagas verbunden seien. Dass gerade diese Verbindung ebenfalls für politische Auseinandersetzungen genutzt wurde, bedauerte er ausdrücklich.
Entscheidung liegt bei der PP
Wer die Nachfolge antreten wird, ist noch offen. Lupiáñez verwies darauf, dass die Entscheidung über die künftige Kandidatur beim Partido Popular liege. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Provinzvorsitzende Patricia Navarro und sein Team die anstehenden Projekte erfolgreich weiterführen würden. Wie die Nachrichtenplattform Axarquía Plus berichtet, reagierte die lokale Politik mit Respekt auf die Ankündigung. Die offizielle Amtsübergabe dürfte in den kommenden Wochen erfolgen.
Quelle: axarquiaplus.es