Vox warnt vor falscher Sicherheit vor der Wahl

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Andalusien

Vox warnt vor falscher Sicherheit vor der Wahl

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Der Wahlkampf in Spanien geht in die heiße Phase, und bei der Partei Vox schrillen die Alarmglocken – trotz vielversprechender Umfragen. Der Fraktionschef im andalusischen Parlament, Javier Cortés, gibt sich betont pessimistisch und warnt die eigenen Reihen vor einem folgenschweren Fehler: Selbstzufriedenheit.

Misstrauen als Strategie

„Wir glauben den Umfragen nicht – weder wenn sie uns nützen, noch wenn sie uns schaden“, erklärte Cortés am Freitag im Gespräch mit Canal Sur Radio. Seine Begründung ist bemerkenswert: Die Erhebungen seien oft verzerrt und dienten lediglich dazu, Meinungen zu manipulieren. Diese Haltung ist Teil einer bewussten Strategie, wie Cortés deutlich macht – denn der Gegner sei nicht zu unterschätzen.

Der eigentliche Feind im Wahlkampf ist für Vox nicht die politische Konkurrenz im Allgemeinen, sondern eine Person: Ministerpräsident Pedro Sánchez. Dessen größter Vorteil wäre es aus Sicht von Cortés, „wenn die Parteien, die gegen ihn antreten, glauben, dass der Sieg bereits sicher ist und sich zurücklehnen“. Der Vox-Politiker wählt drastische Worte, wenn er vor Sánchez warnt: Er sei ein „Lehrling in Sachen Tyrannei“, dem man nichts zutrauen dürfe – bis zum 29. November werde man noch allerhand erleben.

Scharfe Angriffe auf die Regierung

Cortés‘ Misstrauen richtet sich nicht nur gegen die Umfrageinstitute, sondern auch gegen zentrale Institutionen und staatliche Mechanismen. So geißelt er die angekündigten Streiks der Gewerkschaften, die er als reines Machtinstrument der Regierung interpretiert: „Sie rufen nach acht Jahren des Schweigens im Kampf gegen prekäre Arbeit jetzt zum Streik auf – aber nur, um Opposition gegen die Nicht-Regierungsparteien zu machen.“ Besonders empört zeigt er sich über die Wohnungspolitik der Regierung. Die Krise sei von Sánchez selbst verschuldet, da Spanien Millionen von Menschen aufgenommen habe, ohne entsprechenden Wohnraum zu schaffen.

Doch der Vox-Politiker geht noch einen Schritt weiter und erhebt schwere Vorwürfe im Hinblick auf die Integrität des Wahlprozesses. Unter anderem, so Cortés, traue man den Briefwahlregularien nicht und werfe dem PSOE manipulierte Wählerregister vor – etwa durch die sogenannte „Ley de Nietos“. Man habe es mit einer Partei zu tun, die bereits des Stimmenkaufs überführt sei und laufende Gerichtsverfahren gegen sich habe. Die Botschaft an die eigenen Anhänger ist entsprechend martialisch: „Die Zähne zusammenbeißen“ und die Wahl als Kampf gegen eine „Mafia“ begreifen, deren Anführer Pedro Sánchez einen verurteilten Bruder, eine angeklagte Ehefrau und ein inhaftiertes Umfeld habe. Der Vorwurf gipfelt in der Aussage, diese Regierung habe gar „Auftragsmörder angeheuert, um eine Richterin zu beseitigen“.

Cortés‘ Fazit ist eine Kampfansage an die eigene Basis – und ein warnender Appell: „Wer jetzt die Füße hochlegt, verliert. Die Wahl am 29. November ist noch lange nicht gelaufen.“

Der Artikel basiert auf einem Bericht von Europa Press.


Quelle: europapress.es

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