Vox kritisiert Sicherheitspolitik an der Costa del Sol

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Marbella

Vox kritisiert Sicherheitspolitik an der Costa del Sol

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Kritik nach tödlichem Attentat

Nach der Ermordung eines plastischen Chirurgen in Marbella hat die Bundestagsabgeordnete Patricia Rueda der spanischen Regierung schweres Versagen in der Sicherheitspolitik vorgeworfen. In einer Stellungnahme gegenüber Pressevertretern erklärte die Politikerin, die Stadt sei "nicht mehr sicher" und gleiche zunehmend einem Schauplatz organisierter Kriminalität.

Rueda, die für die Partei Vox im nationalen Parlament sitzt, verwies auf eine Serie von Schießereien und Auftragsmorden, die sich in den vergangenen Monaten in der Küstenstadt ereignet haben. Besonders besorgniserregend sei die Leichtigkeit, mit der in der Provinz Málaga kriminelle Aufträge vergeben werden könnten. Sie sprach von einem Umfeld, in dem es "unglaublich einfach" sei, einen Auftragskiller für ein Tötungsdelikt zu engagieren.

Vorwürfe an Innenministerium

Die Abgeordnete richtete ihre Kritik direkt an Innenminister Fernando Grande-Marlaska. Dessen Behörde habe über Jahre hinweg die Einsatzfähigkeit von Polizei und Guardia Civil geschwächt. Dadurch hätten sich Drogenhandel, organisierte Banden und der illegale Waffenmarkt an der Costa del Sol nahezu ungehindert ausbreiten können. Rueda forderte das Ministerium auf, unverzüglich in die Intervention auf dem Schwarzmarkt für Waffen einzugreifen.

Die jüngste Bluttat, bei der ein Mediziner am Mittwoch in Marbella erschossen wurde, sei ein weiterer Beleg für eine Entwicklung, die Vox seit mehr als anderthalb Jahren anprangere. Die Partei sehe dringenden Handlungsbedarf, so die Abgeordnete weiter. Ohne ein entschlossenes Eingreifen der Sicherheitsbehörden werde sich die Lage weiter zuspitzen.

Ausstattung der Sicherheitskräfte unzureichend

Rueda bemängelte nicht nur die personelle Situation. Auch die materielle Ausstattung der Einsatzkräfte bezeichnete sie als ungenügend. Nächtliche Helikopterflüge zwischen der Provinzhauptstadt Málaga und Marbella seien wirkungslos, wenn die Beamten vor Ort nicht über die notwendige Ausrüstung verfügten. Sie verwies darauf, dass Kriminelle mit Granaten und Sturmgewehren bewaffnet seien und die Sicherheitskräfte unterlegen wären.

Die Politikerin forderte eine Aufstockung der Personalstellen bei der Guardia Civil sowie der Nationalpolizei. Nur mit ausreichenden Ressourcen könnten die Beamten effektiv gegen die in der Region aktiven Verbrecherorganisationen vorgehen. Ein bloßes Zeichen von Präsenz reiche nicht aus, betonte sie.

Wahltermin als Richtungsentscheidung

Mit Blick auf den 29. November verwies Rueda auf die anstehenden Kommunalwahlen. Diese böten den Bürgern von Marbella und der gesamten Provinz die Gelegenheit, für eine Neuausrichtung in der Sicherheitspolitik zu stimmen. Die Partei Vox sieht sich dabei als treibende Kraft für härtere Maßnahmen gegen die Kriminalität an der Küste.

Die jüngsten Vorfälle hätten gezeigt, dass die bisherigen Konzepte nicht greifen. Die Bevölkerung habe ein Recht auf Sicherheit im öffentlichen Raum, das die Regierung bislang nicht gewährleiste. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press über die Äußerungen der Abgeordneten berichtet, will Vox das Thema Sicherheit zum zentralen Wahlkampfthema machen. Ob die Ankündigungen der Partei zu einer politischen Mehrheit führen, wird sich bei der Abstimmung Ende November zeigen.


Quelle: europapress.es

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