
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Vier Verdächtige nach illegalen Kämpfen in Haft
Untersuchungshaft nach tödlichem Kampf
Die Justiz in Granada hat Konsequenzen gezogen: Ein Ermittlungsrichter ordnete am Freitag die Untersuchungshaft für vier Männer an, die im Zusammenhang mit der Organisation illegaler Schaukämpfe stehen. Bei einem dieser Kämpfe war im September ein Mann ums Leben gekommen. Die Behörden werfen den Beschuldigten Totschlag vor.
Die Entscheidung fiel, nachdem die Nationalpolizei ihre Ermittlungen in der sogenannten Operation GANT abgeschlossen hatte. Die Beamten hatten in zwei Phasen ein Netzwerk aufgedeckt, das obdachlose und suchtkranke Menschen zu Kämpfen angestiftet haben soll. Die vier Männer sollen die Auseinandersetzungen nicht nur organisiert, sondern auch kontrolliert haben. Ihnen wird zudem vorgeworfen, die Suchterkrankungen der Beteiligten ausgenutzt zu haben, um sie zu den Kämpfen zu bewegen.
Ein Todesfall als Auslöser
Der Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Vorfall am 12. September. Passanten alarmierten die Polizei, nachdem ein Mann nach einer Schlägerei auf offener Straße bewusstlos zusammengebrochen war. Das 43-jährige Opfer, ein algerischer Staatsangehöriger, der in Granadas Stadtteil Norte in extremer Armut lebte, erlag später seinen Verletzungen.
Die Polizei reagierte mit einem Sondereinsatz. Rund um den Tatort wurden berittene Einheiten, Spezialkräfte und auch Hubschrauber eingesetzt. Die Ermittler des Mordkommissariats übernahmen die Untersuchung und konnten nach intensiver Zeugenbefragung und der Auswertung von Videomaterial den unmittelbaren Täter identifizieren.
Täter und Opfer in ähnlicher Lage
Bei dem mutmaßlichen Schläger handelt es sich den Angaben zufolge ebenfalls um einen obdachlosen Mann. Der etwa 24-jährige Spanier ist den Behörden als Drogenkonsument bekannt. Er sitzt bereits in Untersuchungshaft.
Im Zuge der Ermittlungen zeigte sich, dass es sich bei dem tödlichen Vorfall nicht um einen Einzelfall handelte. Sowohl das Opfer als auch der Beschuldigte hatten den Erkenntnissen zufolge bereits an früheren Kämpfen teilgenommen. Die Polizei prüft, ob bei der Organisation solcher Veranstaltungen Aporophobie, also die Verachtung armer Menschen, eine Rolle gespielt haben könnte.
Vier weitere Festnahmen
Die zweite Ermittlungsphase richtete sich gegen die Hintermänner. Das Institut für Kriminalpolizei (UDEV) konnte vier Personen identifizieren, die für die Organisation und das Schiedsrichterwesen der Kämpfe verantwortlich gewesen sein sollen. Sie sollen die Kämpfer angestiftet und die demütigenden Umstände gebilligt haben, unter denen diese gegeneinander antraten.
Alle vier Verdächtigen wurden festgenommen. Neben dem Vorwurf des Totschlags ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen sie auch wegen eines Verstoßes gegen die moralische Integrität der Beteiligten. Der Richter folgte den Anträgen der Staatsanwaltschaft und verfügte die Untersuchungshaft für die vier Männer. Wie das Oberste Gericht der Region Andalusien mitteilte, bleiben sie zunächst in Gewahrsam.
Quelle: europapress.es