Vier Festnahmen nach Todeskampf in Granada

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

Vier Festnahmen nach Todeskampf in Granada

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Tödlicher Faustkampf offenbart kriminelles Netzwerk

Die spanische Nationalpolizei hat die zweite Phase einer großangelegten Operation gegen ein brutales Phänomen abgeschlossen: Im andalusischen Granada wurden vier Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, ein Netzwerk organisierter Schlägereien betrieben zu haben. Wie die Ermittler mitteilten, nutzten die Drahtzieher gezielt die aussichtslose Lage obdachloser und drogenabhängiger Menschen aus, um sie zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zu animieren.

Der entscheidende Vorfall ereignete sich am 12. September 2026. Ein Notruf meldete eine Prügelei im öffentlichen Raum, bei der ein Mann bewusstlos zurückblieb. Das Opfer, ein 43-jähriger Algerier, lebte auf der Straße. Er hatte zuvor einen Entzug in einer Spezialeinrichtung abgebrochen. Wochen später erlag er seinen schweren Verletzungen: Ein Faustschlag hatte ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit anschließendem Schlaganfall verursacht.

Ermittlungen mit Hindernissen

Die ersten Ermittlungen der örtlichen Polizei führten zu einem sofortigen Sondereinsatz. Ab dem 22. September wurden berittene Polizei, Bereitschaftseinheiten und sogar Luftfahrzeuge in dem betroffenen Viertel, dem Polígono Norte, eingesetzt. Die Mordkommission übernahm schließlich die federführende Untersuchung. Die Beamten standen vor einer Herkulesaufgabe: Wie die leitende Inspektorin des Morddezernats gegenüber der Nachrichtenagentur Europa Press erklärte, war die Kooperationsbereitschaft von Zeugen und potenziellen Aussagenden nahezu gleich null. Das Viertel gelte als schwieriges Pflaster für polizeiliche Ermittlungen.

Mithilfe von Bürgerhinweisen, Zeugenbefragungen und der Auswertung zahlreicher Videoaufnahmen gelang den Ermittlern dennoch der Durchbruch. Sie identifizierten den direkten Täter: einen etwa 24-jährigen staatenlosen Mann, ebenfalls obdachlos und abhängig von Betäubungsmitteln. Er wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft prüft in diesem Zusammenhang eine mögliche Anklage wegen eines Hassverbrechens. Sollte sich der Verdacht der Aporophobie – der Verachtung gegenüber Armen – bestätigen, könnte dies als strafverschärfend gelten.

Systematische Ausbeutung von Suchtkranken

Die Festnahme des Schlägers war jedoch nur der Anfang. Die zweite Phase der Operation, durchgeführt von der UDEV (Ermittlungseinheit gegen Wirtschafts- und Technologiekriminalität), zielte auf die Hintermänner ab. Die Ermittler konnten nachweisen, dass der tödliche Kampf kein Einzelfall war. Sowohl das Opfer als auch sein Angreifer hatten bereits an früheren, gleichgelagerten Veranstaltungen teilgenommen.

Die nun festgenommenen vier Personen sollen die Kämpfe nicht nur organisiert und überwacht haben. Sie stehen im Verdacht, die Suchterkrankungen der Teilnehmer ausgenutzt zu haben, um diese zu den Kämpfen anzustacheln. Ihnen werden ein Tötungsdelikt und ein Vergehen gegen die moralische Integrität vorgeworfen. Die Polizei bezeichnete die Vorgehensweise als „unmenschlich“, da sie die vollkommene Schutzlosigkeit der Opfer ausgenutzt habe. Mit den Festnahmen sei dieses Netzwerk nun zerschlagen.

Die Behörden gehen davon aus, dass es in der Vergangenheit weitere, bislang unentdeckte Kämpfe gegeben haben könnte und bitten die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung. Die Operation gilt als ein Beispiel für die zunehmende Brutalität im Umgang mit sozialen Randgruppen in spanischen Großstädten.


Quelle: europapress.es

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