Verletzte Beamte nach Messerattacke

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

periana

Verletzte Beamte nach Messerattacke

von Sabine Keller

Messer gegen Staatsgewalt

Wieder einmal zeigt sich, wie schnell eine routinemäßige Hilfeleistung für Beamte zur lebensgefährlichen Falle werden kann. In der Gemeinde Periana in der Axarquía sind zwei Guardia-Civil-Beamte bei einem Einsatz verletzt worden, als sie einen offenbar psychisch kranken Deutschen festnahmen.

Der Vorfall begann, wie Diario SUR berichtet, mit mehreren versuchten Einbrüchen. Ein etwa 30-jähriger deutscher Staatsbürger soll versucht haben, in ländliche Anwesen einzudringen. Als Anwohner ihn entdeckten, flüchtete der Mann – und stahl ein Motorrad, um zu entkommen.

Die Posse nahm eine dramatische Wendung, als der Flüchtige mit dem gestohlenen Fahrzeug verunglückte. Die zunächst zur Unfallhilfe herbeigerufene Patrouille der Guardia Civil sah sich plötzlich einem bewaffneten Angreifer gegenüber. Der Mann zog ein Messer und bedrohte die Beamten.

Überfall statt Hilfeleistung

Was zunächst wie ein normaler Verkehrsunfall aussah, entpuppte sich als Ernstfall. Die Beamten mussten Verstärkung anfordern, drei weitere Patrouillen rückten an. Erst mit vereinten Kräften gelang es, den Angreifer zu überwältigen.

Zahl der verletzten Beamten: zwei. Einer von ihnen erlitt Verletzungen am Bein. Beide sind dienstunfähig und befinden sich im Krankenstand. Ein schwerer Eingriff in ihre körperliche Unversehrtheit – und ein Schlag ins Gesicht all jener, die die Arbeit der Sicherheitskräfte gering schätzen.

Der Festgenommene wurde ins Krankenhaus von Vélez-Málaga gebracht, wo er nicht nur medizinisch versorgt, sondern auch psychiatrisch begutachtet wurde. Die Ermittlungen laufen.

Nachbarschaft verunsichert

Besonders pikant: Die örtlichen Behörden betonen, dieser Vorfall habe nichts mit der Sicherheitskrise zu tun, die vor einem Monat zu einer Massendemonstration in Periana führte. Damals hatten Bürger gegen eine Welle von Drohungen, Raubüberfällen und Gewalt protestiert. Die Guardia Civil verstärkte daraufhin ihre Präsenz.

Natürlich ist der aktuelle Täter kein Einheimischer. Aber das macht ihn nicht weniger gefährlich. Die Narrative, dass Kriminalität nur von „außen“ kommt, mag politisch bequem sein – doch sie verkennt, wie schnell jeder von uns zur Zielscheibe werden kann, wenn psychische Krankheit mit Waffenbesitz zusammentrifft.

Die Realität im ländlichen Spanien zeigt: Unsere Beamten leisten Schwerstarbeit, oft unter lebensgefährlichen Bedingungen. Jeder Vorfall wie dieser ist ein Beweis für ihre Professionalität – und ein Weckruf an die Gesellschaft.


Quelle: axarquiaplus.es