
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
VDS 2026: Europas Startup-Szene blickt nach Valencia
Eine Plattform für den nächsten Innovationszyklus
In Valencia hat am Mittwoch die neunte Ausgabe des Technologiegipfels VDS begonnen. Bis zum Ende der Woche verwandelt sich das Museu de Ciències in einen Schauplatz für die Zukunftsbranchen: Rund 12.000 Teilnehmer aus über 120 Nationen werden erwartet, darunter Vertreter von 3.000 Startups und Scaleups sowie mehr als 1.500 Großunternehmen. Das Besondere an dieser Zusammenkunft ist jedoch nicht allein ihre Dimension, sondern der Anspruch, den die Organisatoren formulieren.
Unter dem Motto „GENESIS. Origin of What‘s Next“ wollen die Veranstalter den Ursprung künftiger technologischer Entwicklungen sichtbar machen. Juan Luis Hortelano, Präsident von Startup Valencia, skizzierte die Bedeutung des aktuellen Zeitfensters: Die Gesellschaft befinde sich in einem der bedeutendsten technologischen Zyklen seit der industriellen Revolution. Künstliche Intelligenz, so Hortelano, werde sich von einem Werkzeug zu einer allgegenwärtigen Querschnittstechnologie entwickeln. Der Gipfel solle als Katalysator wirken – als Ort, an dem Ideen aus Laboren, Gründerteams und Investorenentscheidungen zusammenfinden.
Kapital und Köpfe als Magneten
Die wirtschaftliche Schlagkraft des Events ist beachtlich: Mehr als 800 internationale Investoren reisen an, die gemeinsam Vermögenswerte von über 300 Milliarden Euro verwalten. Hinzu kommt ein Programm mit über 600 Referenten, von denen fast die Hälfte aus dem Ausland kommt. Rund 100 Stunden Konferenzinhalt verteilen sich auf acht Bühnen. Der CEO von Startup Valencia, Nacho Mas, betonte, der Gipfel habe sich als internationale Größe etabliert und positioniere die Stadt entsprechend. Entscheidend sei, dass hier nicht nur über Zukunft gesprochen werde, sondern dass Geschäftsabschlüsse und Kooperationen entstünden.
Die Eröffnungsrede hielten neben Hortelano und Mas auch die Erste Vizepräsidentin der Regionalregierung, Susana Camarero, sowie Valencias Bürgermeisterin María José Catalá. Camarero verwies auf den tiefgreifenden Wandel des Arbeitsmarktes durch Automatisierung und KI. Die zentrale Herausforderung liege darin, Ausbildungswege mit den Anforderungen der Unternehmen zu verzahnen, damit lokales Können in berufliche Chancen übersetzt werde. Catalá ergänzte, der Gipfel sei kein reines Stadt-Event, sondern eine Angelegenheit von nationaler Bedeutung für den Innovationsstandort.
Von Spitzensport bis Raumfahrt
Für die thematische Bandbreite sorgte am ersten Tag unter anderem der neunmalige Olympiasieger Carl Lewis. In seiner Session über Spitzenleistung und Belastbarkeit in Führungspositionen bezog er sich auf Prinzipien aus dem Hochleistungssport. Ebenfalls anwesend war Carmen Köhler, Physikerin und Analog-Astronautin des Austrian Space Forums.
Industrie trifft auf Algorithmen
Ein Schwerpunkt der Auftaktveranstaltung lag auf der praktischen Anwendung von KI in Unternehmen. Linda Hong Cheng, Geschäftsführerin von Abstract Atomic, erläuterte Konzepte für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in industriellen Umgebungen. David Shim, CEO der Plattform Read AI, die mehr als fünf Millionen aktive Nutzer verzeichnet, zeigte auf, wie Software Meeting-Daten aufbereitet, um Fachkräfte bei ihren Aufgaben zu unterstützen. Auch Chris Cunningham, Mitgründer des Projektmanagement-Tools ClickUp, diskutierte Strategien, mit denen Unternehmen KI-gestützte Tools in ihre Vertriebs- und Distributionswege integrieren können.
Das Teilnehmerfeld liest sich wie ein Who’s who der globalen Tech-Ökonomie: Neben Spotify, IBM oder AstraZeneca sind auch Investmentfonds wie LG Technology Ventures und Plug and Play vertreten. Ein Diskussionspanel widmete sich der Frage, wie sich die Innovationslücke zwischen asiatischen und europäischen Ökosystemen schließen lässt – mit dabei war Dong-Su Kim von LG Technology Ventures.
Ein neues Kapitel für die Verteidigungsbranche
Erstmals richtet der Gipfel ein eigenes Forum für Verteidigungs-, Raumfahrt- und Dual-Use-Technologien aus. Die Plattform „VDS Defense“, getragen von Partnern aus Spanien und Finnland, feiert hier ihre erste große Aktivierung. Ziel ist es, Europas Innovationskraft im Verteidigungssektor zu beschleunigen und Schnittstellen zwischen Startups, etablierten Konzernen und institutionellen Akteuren zu schaffen.
Der VDS 2026 läuft noch bis zum Ende der Woche und präsentiert nach Angaben der Veranstalter die führenden Unternehmen aus Bereichen wie Robotik, Biotechnologie und Verteidigung. Wie Startup Valencia gegenüber Europa Press mitteilte, erhofft man sich von dem Treffen nachhaltige Impulse für die lokale und nationale Wirtschaft.
Quelle: europapress.es