Vallecas-Skandal: Fußball als Geisel der Chaoten

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

Vallecas-Skandal: Fußball als Geisel der Chaoten

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Urteil mit Ansage: Die Konsequenz eines beschämenden Abends

Es war ein Bild des Grauens für den spanischen Fußball, das sich am vergangenen Samstag im Estadio de Vallecas bot. Nicht das 0:0 auf der Anzeigetafel war die Schlagzeile, sondern das, was sich neben dem Platz abspielte. Fans von Rayo Vallecano machten ihrem Verein und der gesamten Liga alle Ehre – im negativen Sinne. Nun hat der Richter gedroht, und die Strafe folgt auf dem Fuße: Das Spiel wird ohne Zuschauer zu Ende gespielt. Eine Entscheidung, die richtiger nicht sein könnte.

Die Geduld der Verbände ist erschöpft

Man stelle sich die Szene einmal bildlich vor: In der 13. Minute, Athletic Bilbao ist bereit zur Ecke, da regnet es Papierflieger und Bälle auf den Rasen. Die Botschaft der Randalierer: 'Presa, die Kugel liegt bei dir'. Ein lächerlicher Akt der Erpressung, der den Spielbetrieb lahmlegte. Schiedsrichter Sánchez Martínez zeigte zunächst Größe und ließ das Spiel fortsetzen, doch die Provokateure steigerten sich. Der zweite Unterbruch war dann endgültig – der Referee zog die Notbremse. Dieser Akt der Selbstjustiz von den Rängen ist eine Bankrotterklärung der sogenannten Fans, die den eigenen Verein in Geiselhaft nehmen.

Der Einzelrichter des Wettbewerbs hat nun ein Exempel statuiert. Die Neuansetzung zu einem von der Liga koordinierten Zeitpunkt findet in einem leeren Vallecas statt. Das ist mehr als nur eine symbolische Geste. Es ist eine Ohrfeige für alle, die glauben, mit Gewalt und Einschüchterung ihre Ziele erreichen zu können. Diejenigen, die den Abbruch provoziert haben, erreichen mit diesem Urteil exakt das Gegenteil von dem, was sie bezwecken wollten. Der Protest verpufft im luftleeren Raum eines Geisterstadions.

Ein Urteil, das klubintern wehtut

Besonders bitter für Rayo Vallecano: Der Verein muss nicht nur auf die Unterstützung seiner Anhänger verzichten, sondern auch die Reisekosten der Basken übernehmen. Eine doppelte Strafe, die den Verantwortlichen um Präsident Martín Presa schmerzhaft vor Augen führt, wohin eine laxe Linie gegenüber den eigenen Anhängern führt. Wer solche Zustände im Stadion toleriert oder gar stillschweigend fördert, darf sich nicht wundern, wenn am Ende die eigene Tasche getroffen wird.

Kritiker mögen nun einwenden, dass die Bestrafung des Vereins unfair sei, da man nicht alle Fans für eine Minderheit verantwortlich machen könne. Doch dieses Argument greift zu kurz. Solange die Clubbosse nicht aktiv gegen diese Chaoten vorgehen und sie identifizieren, bleiben sie in der Pflicht. Die Botschaft des Verbandes ist glasklar: Der Fußball lässt sich nicht erpressen. Das Urteil von Madrid ist ein längst überfälliges Zeichen, dass die Ära der Straflosigkeit auf den Rängen beendet ist.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Madrid