
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Valencias Bürgermeisterin setzt auf Siegesserie
Ein klares Signal aus Valencia
María José Catalá hat ihre neue Rolle als Spitzenkandidatin der Volkspartei (PP) für den Wahlbezirk Valencia mit deutlichen Worten eingeläutet. Bei einer Veranstaltung im Palau de Les Arts verkündete sie vor rund 1.500 Anhängern den Anspruch, die politische Wende in Spanien herbeizuführen. Die Botschaft der Bürgermeisterin war unmissverständlich: Man gehe nicht antreten, um zu verwalten, sondern um zu gewinnen. "Mit dem V von Valencia und dem V von Sieg gehen wir raus, um zu gewinnen und zu regieren", rief sie der Versammlung zu.
Ihre Attacke auf die Regierung von Pedro Sánchez war dabei ebenso deutlich wie ihre Loyalitätsbekundung gegenüber dem eigenen Parteichef. Catalá geißelte die "Lügen des Sanchismo" und stellte dem vermeintlichen Versagen der Zentralregierung die Erfolge ihrer lokalen Politik gegenüber: gesenkte Steuern, investierte Nachbarschaften und einen historischen Schuldenabbau in der Stadt. Diese Belege, so ihre Argumentation, stünden gegen die "leeren Ankündigungen" und die "Hysterie" der Gegenseite.
Der Test für Feijóo
Die designierte Kandidatin machte jedoch auch die Hausaufgaben für ihren eigenen Spitzenmann deutlich. In einer direkten Ansprache forderte sie Alberto Núñez Feijóo auf, sich konkret zu Valencia zu bekennen. Die von ihm nach der Flutkatastrophe (DANA) versprochenen Hilfen und Investitionen müssten nun Realität werden. Insbesondere die desolate Lage der Vorortzüge (Cercanías) sei ein unhaltbarer Zustand für Pendler und Studenten. Catalá nannte explizit den Bau des Eisenbahntunnels und die Untertunnelung der Gleise im Stadtteil Serrería als unverzichtbare Projekte, um die Stadt endlich mit dem Meer zu verbinden.
Ihre Zustimmung zur Kandidatur sei keine Selbstverständlichkeit gewesen, betonte Catalá. Sie habe den Kontext geprüft – und der sei "entscheidender denn je". Sie habe die Person bewertet – und die habe sie "vollkommen überzeugt". Die Zukunft Spaniens, so ihre Überzeugung, liege in einer Rückkehr zu bürgerlicher Vernunft: "Mit Feijóo werden wir wieder Zukunft, Chancen und Hoffnung generieren", sagte sie und ergänzte, man brauche ein Spanien, das nicht spalte, sondern Talente und Anstrengungen bündele.
Symbolik und Substanz
Auffällig an dem Auftritt war die Kombination aus lokaler Bürger-meister-Rhetorik und nationaler Machtambition. Catalá präsentierte sich als Vollblut-Politikerin, die ihre Heimatstadt liebt, aber den Blick auf die Moncloa nicht verliert. Sie versprach, ihre Arbeit als Bürgermeisterin fortzusetzen – "wenn ihr wollt, bis 2027" – und gleichzeitig Feijóo auf seinem Weg an die Spitze der Regierung zu begleiten. Diese Doppelrolle scheint ihre Strategie für die kommenden Wochen zu sein.
Die Rede war gespickt mit Symbolik. Der Verweis auf die Solidaritätsbekundungen für Ceuta und der Slogan "Ceuta wird nicht verkauft, Ceuta wird verteidigt" zielten auf die emotionale Bindung an die nationale Einheit. Damit grenzte sie sich bewusst von den "identitären Spielereien" der linken Regierungspartner ab. Es ist ein klarer Versuch, die Deutungshoheit über Patriotismus und Verlässlichkeit für die Mitte-Rechts-Partei zu reklamieren – ein Muster, das sich durch die gesamte Wahlkampfstrategie der PP zieht, während Umfragen ein knappes Rennen vorhersagen.
Wie die Zeitung El País berichtet, sehen jüngste Erhebungen die PP zwar vor den Sozialisten, jedoch ohne klare Mehrheitsperspektive. Genau in diese Lücke stößt Catalá mit ihrer Botschaft: Sie will beweisen, dass die PP nicht nur Oppositionsarbeit leisten, sondern konkret gestalten kann. Das Schicksal der Kampagne könnte sich daher nicht nur in Madrid, sondern auch an der Peripherie wie Valencia entscheiden. Ob Feijóo die von Catalá gestellten Forderungen nach mehr Engagement für die Region erfüllen kann, wird sich zeigen müssen – die Latte liegt hoch.
Quelle: europapress.es