Valencia senkt Preise für Nou Mestalla

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Valencia senkt Preise für Nou Mestalla

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Ein Stadion für alle? Valencia verspricht günstigere Abos

Der FC Valencia wagt den Blick nach vorne. Mit dem Umzug ins Nou Mestalla verbindet der Klub nicht nur sportliche Hoffnungen, sondern auch ein klares Versprechen an seine Anhänger: Der Gang ins Stadion soll erschwinglicher werden. Die nun präsentierten Zahlen sind auf den ersten Blick bemerkenswert. Ein durchschnittlicher Saisonplatz kostet künftig 537 Euro – und damit gut zehn Prozent weniger als die aktuell fälligen 599 Euro. Wer das neue Stadion von den oberen Rängen verfolgen möchte, zahlt unverändert 300 Euro. Selbst die teuerste Karte fällt mit 1.700 Euro günstiger aus als das bisherige Spitzenmodell im alten Mestalla für 1.775 Euro.

Skeptiker könnten nun einwenden, dass solche Ankündigungen vor dem Hintergrund steigender Kosten im Profifußball schnell Makulatur sind. Doch der Klub liefert Argumente, die über bloße Werbesprüche hinausgehen. Entscheidend ist nämlich nicht allein der Durchschnittspreis, sondern die Verteilung. Rund ein Fünftel mehr Saisonkarten als bisher sollen in der neuen Arena für weniger als 450 Euro zu haben sein. Die Grada Superior, mit über 16.000 Plätzen die größte Tribüne, wird zur preiswerten Zone mit Tarifen zwischen 300 und 450 Euro. Das ist eine klare Ansage an all jene, die den Fußball längst als Veranstaltung für Wohlhabende abgeschrieben haben.

Der Preis der Treue: Ein kompliziertes Vergabeverfahren

Doch der günstigere Eintritt hat seinen Preis – zumindest in Form eines aufwendigen Prozederes. Die Sitzplatzvergabe erfolgt nicht nach dem Prinzip "wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Stattdessen sollen die Fans die Möglichkeit erhalten, Gruppen zu bilden und gemeinsam zu entscheiden. Zwischen dem 14. und 30. Oktober können sich Interessierte zusammenschließen, die Reihenfolge der Platzwahl richtet sich dann nach der durchschnittlichen Mitgliedsdauer der Gruppe. Wer seit Jahrzehnten treu ist, darf zuerst zielen. Diese Form der Belohnung von Loyalität mag manchen als veraltet gelten, sie setzt aber ein klares Signal: Langjährige Unterstützung wird honoriert – ein Wert, der in der schnelllebigen Fußballwelt von heute nicht selbstverständlich ist.

Um den Fans die Entscheidung zu erleichtern, setzt der Klub auf moderne Technik. Eine 3D-Plattform erlaubt es, die Sicht aus jedem Sektor virtuell zu erkunden. Man kann sich durch die Gänge bewegen, die Perspektive aus der eigenen Wunschposition einnehmen – eine sinnvolle Investition in die Zufriedenheit der Kunden. Immerhin geht es um eine Entscheidung, die für Jahre Bestand haben soll. Dass dabei nicht alles reibungslos über die Bühne gehen wird, ist absehbar. Die schiere Größe des Projekts – über 70.000 Plätze, die es zu verteilen gilt – macht Komplexität unvermeidbar.

Die handfeste Herausforderung liegt jedoch woanders: Während das Nou Mestalla mit seinen fast 70.000 überdachten Sitzplätzen neue Maßstäbe setzt, bleibt die Frage nach der Auslastung offen. Derzeit zählt der Klub rund 40.000 Abonnenten. Allein mit den bestehenden Fans werden die Ränge kaum zu füllen sein. Die Vereinsführung setzt daher auf die Anziehungskraft des Neuen – und auf ein Preisgefüge, das die Nachfrage ankurbeln soll. Ob das Konzept aufgeht, wird sich zeigen. Fest steht: Der FC Valencia hat die Zeichen der Zeit erkannt und reagiert – mit einem Angebot, das den Fußball wieder ein Stück weit zum Volkssport machen will.

Die Entscheidung des Klubs, die Preise für die neue Arena zu senken, ist ein kluger Schachzug. Sie nimmt den Kritikern des Stadionneubaus zumindest einen Teil ihrer Argumente und setzt auf Kontinuität. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, erwartet der Klub durch Abos und Ticketverkäufe in der kommenden Saison Einnahmen von 37 Millionen Euro. Das klingt ambitioniert – und zeigt, dass der Verein den Spagat zwischen Wohnzimmer-Atmosphäre und wirtschaftlichem Imperativ nicht scheut.


Quelle: europapress.es

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