Valencia: Neubaupreise explodieren um 23,5 Prozent

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Valencia: Neubaupreise explodieren um 23,5 Prozent

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Wohnen wird zum Luxusgut: Valencias Immobilienmarkt dreht durch

Wer in Valencia eine neue Wohnung kaufen will, braucht tiefe Taschen – oder schlichtweg Glück. Die Preise für Neubauten sind innerhalb eines Jahres um fast ein Viertel explodiert. Mit durchschnittlich 4.575 Euro pro Quadratmeter hat die Stadt einen neuen Negativrekord erreicht. Zum Vergleich: Ende 2019 lag der Preis noch bei mageren 1.915 Euro. Eine Vervielfachung, die mit dem Einkommen normaler Arbeitnehmer längst nichts mehr zu tun hat.

Angebotsschwund als Preistreiber: Nicht Nachfrage, sondern Mangel

Die offizielle Erklärung der Wohnungsbauexperten ist eindeutig: Es fehlt schlicht an Produkt. „Die Preise steigen nicht wegen übermäßiger Nachfrage, sondern weil es an Angebot mangelt“, stellt Fernando Cos-Gayón, Direktor der Cátedra Observatorio de la Vivienda an der Universitat Politècnica de València, klar. Die Zahlen geben ihm recht: Nur noch 189 Neubauwohnungen sind derzeit in der ganzen Stadt auf dem Markt – ein Einbruch von 76 Prozent gegenüber 2019. Die Zahl aktiver Bauprojekte hat sich von 110 auf 50 mehr als halbiert.

Besonders perfide: Der Mangel trifft nicht nur die Stadt selbst. Auch im gesamten Großraum Valencia explodieren die Preise. In l'Horta Nord werden bereits 3.579 Euro pro Quadratmeter verlangt, in l'Horta Oest 3.359 Euro. Die Wohnungskrise hat die Stadtgrenzen längst überschritten.

Mieten als Sackgasse: Fast 1.800 Euro für Normalverdiener unbezahlbar

Wer auf Miete ausweichen will, steht vor einem ähnlichen Desaster. Die durchschnittliche Miete in Valencia liegt inzwischen bei 1.776 Euro monatlich – fast doppelt so viel wie 2019. Ein Haushalt müsste netto über 5.300 Euro im Monat verdienen, um die Dreißig-Prozent-Miete zu knacken. Für den Großteil der jungen Bevölkerung ist das schlicht unrealistisch. Die Angebotslage verschärft sich zusätzlich: Innerhalb nur eines Quartals fiel die Zahl verfügbarer Mietwohnungen um 17,7 Prozent.

Die Wende: Sozialwohnungsbau als Rettungsanker?

Doch es gibt Hoffnung. Zum ersten Mal seit Jahren zeigt die Kurve beim geförderten Wohnungsbau nach oben. Zwischen Januar 2025 und Oktober 2026 wurden allein in Valencia 1.074 Sozialwohnungen genehmigt – sieben von zehn durch private Initiativen. Der entscheidende Hebel: die Anpassung der Preisobergrenze. Seit deren Erhöhung im August 2026 auf 2.568 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche sind die Anträge explodiert – von 28 im gesamten ersten Halbjahr auf 425 in nur drei Monaten.

Die Botschaft der Experten ist glasklar: „Sozialwohnungsbau ist nicht nur eine Lösung für diejenigen, die Zugang zu ihm erhalten“, betont Cos-Gayón, „er ist das wirksamste Instrument, um den Preis des gesamten freien Wohnungsbaus und damit auch des Bestands und der Mieten zu mäßigen.“ Geförderte Wohnungen liegen derzeit bei rund 1.975 Euro pro Quadratmeter – weniger als die Hälfte des freien Marktes.

Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte das Schlimmste abgewendet werden. Ohne entschlossenes Gegensteuern prophezeit die UPV-Studie jedoch einen Preissprung auf über 5.000 Euro pro Quadratmeter bis 2027. Valencia steht an einem Scheidepunkt – und die Zeit drängt.

Quelle: Cátedra Observatorio de la Vivienda de la Universitat Politècnica de València (UPV), Bericht zum dritten Quartal 2026


Quelle: europapress.es

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