Unwetter legt Málaga lahm: Fast 90 Einsätze

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Unwetter legt Málaga lahm: Fast 90 Einsätze

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Nächtlicher Ausnahmezustand an der Costa del Sol

Heftige Regenfälle und Gewitter haben in der Nacht zum Sonntag weite Teile Andalusiens in Atem gehalten. Die Notrufzentrale der Region, EMA 1-1-2, verzeichnete zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen insgesamt 89 wetterbedingte Einsätze. Mit 73 gemeldeten Vorfällen war die Provinz Málaga erneut der am schwersten betroffene Landstrich.

Die Bilanz der Nacht liest sich wie eine lange Liste von Schäden: überflutete Keller und Wohnungen, unterspülte Fahrbahnen, umgestürzte Bäume und zeitweise blockierte Verkehrswege. Besonders betroffen war der Großraum der Provinzhauptstadt. Allein im Stadtteil El Palo gingen ab 00:12 Uhr mehr als fünfzig Notrufe ein, die sich vor allem auf vollgelaufene Gebäude und überflutete Straßen bezogen.

Dramatische Szenen am Peñón del Cuervo

Ein besonderer Einsatz ereignete sich bereits am späten Samstagabend. Gegen 23:57 Uhr meldeten sich zehn Personen, die im Tunnel am Strand Peñón del Cuervo in Málaga festsaßen. Das eindringende Wasser stand ihnen knöchelhoch und versperrte den Rückweg. Die Feuerwehr rückte an und befreite die Gruppe; Verletzte gab es nach Angaben der Einsatzkräfte nicht.

Auch die Stromversorgung war vielerorts instabil. Sowohl in der Hauptstadt Málaga als auch in Estepona kam es zu Störungen im Netz. Zudem sorgten Erdrutsche für Behinderungen auf mehreren Verbindungsstraßen.

Wetterwarnung der höchsten Stufe ausgelaufen

Über der Region Axarquía im Osten der Provinz Málaga hatte der staatliche Wetterdienst Aemet zwischenzeitlich die höchste Warnstufe ausgerufen. Der sogenannte rote Alarm wegen ergiebiger Dauerregen galt für drei Stunden und wurde erst um 03:00 Uhr in der Nacht aufgehoben.

Die Entwarnung ist jedoch nur eine vorübergehende. Für den Tagesverlauf gelten weiterhin Warnungen für alle acht andalusischen Provinzen. In der Comarca Ronda wird für den Nachmittag vor Starkregen gewarnt, in mehreren anderen Gebieten der Provinz Málaga besteht weiterhin die zweithöchste Warnstufe.

Krisenstab bleibt in erhöhter Bereitschaft

Die Regionalregierung hält an ihren Vorsichtsmaßnahmen fest. Der Plan für Überschwemmungsgefahren (PERI) befindet sich weiterhin in der operativen Phase 1, die am Samstagnachmittag ausgerufen wurde. Zusätzlich haben 17 Kommunen ihre lokalen Notfallpläne aktiviert. In der Provinz Málaga betrifft dies die Städte Fuengirola, Málaga, Torremolinos und Rincón de la Victoria. In Almería sind es zwölf Gemeinden, in Granada eine.

Gesamtzahl der Vorfälle seit Beginn des Unwetters

Blickt man auf die Gesamtbilanz seit Beginn des Wetterphänomens am Samstagmittag, so hat die Notrufzentrale bis zum frühen Sonntagmorgen 357 Vorfälle in ganz Andalusien registriert. Die mit Abstand meisten Meldungen kamen aus der Provinz Almería mit 143 Notrufen, gefolgt von Málaga mit 97. Dahinter folgen Sevilla mit 60, Córdoba mit 26 und Granada mit 20 Vorfällen.

Die überwiegende Zahl der Meldungen, rund 236, betraf Überflutungen und Überschwemmungen. Darüber hinaus mussten die Rettungskräfte 37 Mal zu Bergungen und Rettungsaktionen ausrücken. In 38 Fällen waren die grundlegende Infrastruktur betroffen, etwa die Strom- oder Wasserversorgung. Glücklicherweise wurden bislang keine Personenschäden gemeldet.

Verkehrsbehinderungen und Lage auf den Straßen

Das Unwetter hat auch deutliche Spuren auf den Straßen der Region hinterlassen. In der Provinz Málaga musste die Landstraße MA-3101 wegen mehrerer Erdrutsche in beiden Richtungen vollständig gesperrt werden. In der Provinz Córdoba war die CO-4207 bei Montilla zeitweise wegen Überflutung nur einspurig befahrbar. Auf der Autobahn A-7 bei El Ejido in Almería ist die Fahrbahn nach einer Überschwemmung inzwischen wieder freigegeben.

Die Behörden raten der Bevölkerung, vor Fahrtantritt die aktuellen Verkehrsinformationen zu prüfen, Sperrungen zu respektieren und die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen. Angesichts der weiterhin anhaltenden Regenfälle und der Gefahr plötzlicher Überschwemmungen appelliert die Agentur für Notfälle an die Bevölkerung, äußerste Vorsicht walten zu lassen.

Wie die Nachrichtenseite Axarquía Plus berichtet, bleibt die Lage in der Region angespannt. Die Einsatzkräfte behalten die Wetterentwicklung und die Situation vor Ort im Blick.


Quelle: axarquiaplus.es

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