
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ultras greifen Bar vor Derbi an
Feiger Angriff am Morgen
Wer glaubt, Derby-Stimmung entlade sich nur im Stadion, sieht sich erneut eines Besseren belehrt. Am frühen Sonntagmorgen, Stunden vor dem Anpfiff des Duells in der Segunda RFEF, haben Ultras des RCD Mallorca ein Lokal des Stadtrivalen Atlético Baleares angegriffen. Zeugen berichten, dass Bengalos und Steine gegen die Bar in der Straße Sant Ignasi flogen. Die Botschaft war klar: Einschüchterung vor dem Duell im Estadi Balear.
Die Polizei kommt zu spät, aber nicht zu spät
Erst nach dem Angriff rückte eine Einheit der örtlichen Polizei an. Eine Streife der Unidad de Intervención Inmediata (UII) nahm die Ermittlungen auf und machte sich auf die Suche nach den Tätern. In den Straßen zwischen Biniamar und Indalecio Prieto wurden die Beamten fündig: Dort stellten sie eine Gruppe von rund 40 bis 50 Personen, die dem Umfeld des RCD Mallorca zugerechnet werden. Eine Eskalation wollte die Polizei nicht zulassen, die Gruppe wurde eingekesselt. Die Nationalpolizei übernahm schließlich die weitere Bearbeitung des Falles.
Ein strukturelles Problem, kein Einzelfall
Der Vorfall ist mehr als nur eine Randnotiz. Er zeigt, wie tief die Rivalität in der zweithöchsten spanischen Spielklasse verwurzelt ist. Es wäre zu kurz gegriffen, das Ganze als spontanen Ausbruch von Fanatismus abzutun. Vielmehr offenbart sich hier ein strukturelles Sicherheitsproblem, das Vereine und Behörden gleichermaßen fordert. Die Frage ist nicht, ob es wieder passiert, sondern wann und wo die nächste Eskalation stattfindet. Wie Europa Press berichtet, blieb es bei Sachschäden – diesmal. Das darf keine Beruhigung sein, sondern muss als Warnschuss verstanden werden.
Konsequenzen gefordert
Die Vereinsführung des RCD Mallorca ist nun gefordert. Werden die Täter identifiziert, braucht es nicht nur Stadionverbote, sondern klare, öffentlichkeitswirksame Konsequenzen. Ansonsten bleibt der Eindruck, dass die Verantwortlichen die Köpfe in den Sand stecken, bis der nächste Übergriff die Schlagzeilen dominiert. Der Fußball hat kein Randgruppenproblem – er hat ein Problem mit denen, die sich selbst außerhalb jeder Regel stellen.
Quelle: europapress.es