Trauermarsch zum Jahrestag der Flutkatastrophe

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Trauermarsch zum Jahrestag der Flutkatastrophe

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Zug der Erinnerung und Anklage

Die Opferverbände der Flutkatastrophe vom 29. Oktober 2024 haben für den kommenden Samstag, den 31. Oktober, zu einer zentralen Gedenkveranstaltung in Valencia aufgerufen. Unter dem Motto „Mazón a presó“ (Mazón ins Gefängnis) wollen die Organisatoren um 18:00 Uhr von der Plaza de la Virgen zum Rathausplatz ziehen. Damit wird der Weg der ersten Großdemonstration vom vergangenen Jahr bewusst in umgekehrter Richtung gewählt.

Zwei Jahre nach der Katastrophe

Die Ankündigung erfolgte bei einer Pressekonferenz im Octubre Centre de Cultura Contemporània. Die Veranstalter bitten die Teilnehmer, in Trauerkleidung zu erscheinen. Toñi García, die bei der Flut ihren Ehemann und ihre Tochter verlor, appellierte an die Bevölkerung, geschlossen zu kommen. „An diesem Tag habe ich mein ganzes Leben verloren“, erinnerte sie. Sie forderte Empathie für die Angehörigen der 233 Todesopfer.

Anhaltende Kritik an der Krisenpolitik

García kritisierte die Arbeit der Regionalregierung scharf. Sie sprach von einem „unfähigen Consell“, der in Arroganz verharre. Das Kabinett um den damaligen Ministerpräsidenten Carlos Mazón hätte nach ihrer Überzeugung geschlossen zurücktreten müssen. Die Regierung habe weder vor, während noch nach der Katastrophe die nötige Führungsstärke gezeigt. An den Wohnorten der Betroffenen fehlten weiterhin ausreichende Schutzpläne, so García.

Fehler bei der Warnkette

Rosa Álvarez, Präsidentin der Vereinigung der Todesopfer der Dana, ergänzte, dass es sich bei dem Ereignis nicht um eine Naturkatastrophe gehandelt habe, sondern um ein „soziales und humanitäres Desaster“ aufgrund des fahrlässigen Umgangs mit der Wetterlage. Sie verwies auf die verspätete ES-Alert-Warnmeldung um 20:11 Uhr, als viele Orte bereits überflutet waren. „Wenn man die meteorologischen Daten beachtet und nicht improvisiert hätte, wäre die Geschichte eine andere“, betonte Álvarez. Eine Gesellschaft könne zwar nicht bestimmen, wann es regne, sehr wohl aber, wer für das Risikomanagement verantwortlich sein dürfe. Sie forderte, Verantwortung müsse real übernommen werden und dürfe nicht hinter einem Abgeordnetenmandat verschwinden.

Die Organisatoren betonten, dass die Bewegung ohne politische Parteienfinanzierung auskomme. Trotz möglicher Anfeindungen werde man nicht aufhören, sich zu engagieren. Die Demonstration sei keine Parteiveranstaltung, sondern das Anliegen der Opfer und ihrer Angehörigen, die weiterhin Gerechtigkeit und Prävention verlangten, so der abschließende Tenor der Sprecherinnen, wie Europa Press berichtet.


Quelle: europapress.es

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