
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
TF-5: Der Kampf gegen das Verkehrschaos beginnt
Ein Pflaster für die Geduldsprobe
Wer auf Teneriffa morgens im Stau steht, kennt das Mantra der Politik: „Bald wird alles besser." Nun wird daraus Ernst. Die legendär verstopfte Autobahn TF-5 bekommt ihren lang ersehnten dritten Fahrstreifen – und die Inselregierung wagt sich an ein Versprechen, das viele für unmöglich halten: Der Verkehr soll nicht kollabieren, während gebaggert wird.
Zwei Spuren bleiben – und trotzdem wird es eng
Die Botschaft der Inselpräsidentin Rosa Dávila ist klar: Keine Sperrungen, keine reduzierten Fahrbahnen. Die zwei bestehenden Spuren bleiben in beide Richtungen offen, die Nebenstraßen TF-252 und TF-235 ebenfalls. Doch Dávila dämpft allzu große Hoffnungen: Baustellenfahrzeuge, verengte Fahrstreifen und der natürliche „Schildkröteneffekt" neugieriger Autofahrer werden den Verkehrsfluss spürbar bremsen. Bei über 110.000 Fahrzeugen täglich – in Spitzenzeiten bis zu 12.000 pro Stunde – ist das keine Kleinigkeit.
Rund um die Uhr: Die Strategie gegen den Stau
Der Plan klingt ambitioniert: Drei Jahre Bauzeit, 58 Millionen Euro Budget, vergeben an ein Konsortium aus Ferrovial und Asyota. Gearbeitet wird im Schichtbetrieb, 24 Stunden am Tag. Die Reihenfolge ist taktisch klug gewählt: Zuerst werden die sensiblen Punkte angegangen – darunter der Abriss der Brücke von Los Rodeos – und erst zum Schluss der Haupttrassenbereich. So soll das Schlimmste bis zum Ende aufgeschoben werden.
Die eigentliche Frage: Reicht das?
Kritiker könnten einwenden, dass ein dritter Streifen bei diesen Dimensionen lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Die Befürworter, angeführt von Dávila, sehen darin den entscheidenden Schritt zur Entlastung der gesamten Insel. Die enge Abstimmung mit Aena, den Anrainergemeinden und der Verkehrsbehörde DGT verspricht zumindest Transparenz – ein Novum bei Großprojekten dieser Art.
Ob am Ende tatsächlich fließender Verkehr steht oder nur eine teure Verlagerung des Problems, wird sich zeigen. Fest steht: Die nächsten drei Jahre werden zur Geduldsprobe für Zehntausende Pendler. Die Versprechen sind gemacht – nun müssen die Bagger liefern, was die Rhetorik verspricht.
Wie die Europa Press berichtet, wurden die Pläne am Dienstag offiziell vorgestellt.
Quelle: europapress.es