Sturmtief Adam verursacht Millionenverluste in Spaniens Landwirtschaft

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Sturmtief Adam verursacht Millionenverluste in Spaniens Landwirtschaft

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Erste Bilanz nach den Unwettern

Nach den sintflutartigen Regenfällen, die das Sturmtief Adam zwischen dem 17. und 19. Oktober über die östlichen Landesteile Spaniens brachte, zeichnet sich ein erhebliches Ausmaß der Schäden in der Agrarwirtschaft ab. Wie der Bauernverband La Unió auf Grundlage einer ersten Erhebung berichtet, wurden schätzungsweise 9.000 Hektar Anbaufläche in Mitleidenschaft gezogen. Die unmittelbaren Einbußen an den Kulturen beziffert der Verband vorläufig auf etwa 21 Millionen Euro. Die Schwerpunkte der Verwüstung liegen demnach in der Comarca La Safor (Valencia) sowie in der Marina Alta (Alicante).

Zitrusfrüchte am stärksten betroffen

Die Schäden konzentrieren sich nach Angaben des Verbands primär auf Zitruspflanzen. Aber auch Avocado-, Kaki- und Gemüseanbau sowie Tafeltrauben haben gelitten. Die genannten Zahlen sind ausdrücklich als vorläufig zu betrachten, da sie ausschließlich die direkten Verluste an den Pflanzen selbst abbilden. Eine abschließende Bewertung sei erst möglich, wenn alle Parzellen zugänglich seien und die weitere Entwicklung der Bestände beobachtet werden könne. La Unió erwartet, dass die Gesamtschadenssumme deutlich höher ausfallen wird, wenn die massiven Zerstörungen an der Infrastruktur wie Feldwegen, Trockenmauern und Bewässerungssystemen mit einberechnet werden.

Appell an die Behörden

Als Konsequenz fordert die Organisation in einem Schreiben an das Landwirtschaftsministerium und die Regionalregierung ein außerordentliches Hilfspaket für die betroffenen Betriebe. Als Orientierungsrahmen verweist der Verband auf die Unterstützungsmechanismen, die nach dem verheerenden Unwetter vom 29. Oktober des Vorjahres aufgelegt wurden. Man sei sich bewusst, dass die damalige Katastrophe in Dimension und Folgen nicht mit der aktuellen Lage gleichzusetzen sei, dennoch könnten jene Instrumente als Referenz für die Einkommenssicherung und die Wiederherstellung der Produktionsfähigkeit dienen. Ein dringendes Anliegen ist die rasche Wiederherstellung der Zugänglichkeit zu den Feldern.

Zeitkritische Erntephase

Die Lage wird dadurch verschärft, dass die betroffenen Regionen sich mitten in der Erntezeit für Zitrusfrüchte befinden und die Avocado-Saison gerade begonnen hat. Aufgrund zerstörter Wege und Zufahrten kann in einigen Gebieten kein Ernte- und Transportpersonal mit Maschinen und Fahrzeugen zu den Plantagen vordringen. Carles Peris, Generalsekretär von La Unió, betonte mit Nachdruck, dass die Reparatur der Zugangswege nicht bis zum Abschluss der Schadensanalyse warten dürfe. Angesichts der laufenden Kampagne bedeute jeder Tag der Unzugänglichkeit zusätzliche Verluste für die Landwirte, die bereits die Produktionskosten getragen hätten.

Der Verband fordert daher ein sofortiges und abgestimmtes Handeln der zuständigen Verwaltungsebenen. Dort, wo eine endgültige Instandsetzung nicht sofort möglich sei, müssten Übergangslösungen her. Das geforderte Maßnahmenpaket umfasst direkte Finanzhilfen zum Ausgleich von Ertrags- und Einkommensverlusten, einschließlich der Kompensation für den kommerziellen Wertverlust der Ernte. Ebenso sollen die Kosten für die Beseitigung der Schäden an Böden, Entwässerungsanlagen, Bewässerungseinrichtungen, Gewächshäusern sowie landwirtschaftlichen Gebäuden, Maschinen und Geräten übernommen werden.

Für Fälle, in denen Bäume abgestorben oder nicht mehr lebensfähig sind, schlägt La Unió Beihilfen für die Rodung, die Bodenaufbereitung und die Neupflanzung vor. Dabei müsse auch die Phase bis zum Wiedereintritt in die volle Produktion berücksichtigt werden. Die Organisation fordert zudem Unterstützung für Tierhalter und Imker, um Verluste an Tieren, zerstörtes Futter, beschädigte Bienenvölker und Einrichtungen abzudecken. Auch die Wiederherstellung der Infrastruktur von Bewässerungsgemeinschaften soll gefördert werden.

Forderung nach angemessener Reaktion

Peris unterstrich die Notwendigkeit einer Reaktion, die dem Ausmaß der Schäden gerecht werde: "Wir brauchen eine den Schäden angemessene Antwort, mit ausreichenden Ressourcen und Hilfen, die rechtzeitig ankommen." Das Ziel sei es, zu verhindern, dass die Verluste dieser Saison zur Aufgabe von an sich tragfähigen Betrieben führen. Darüber hinaus verlangt La Unió eine unverzügliche Begutachtung der Lagen vor Ort, da sich Folgeprobleme wie Wurzelerstickung, Fäulnis oder Fruchtfall erst in den kommenden Wochen manifestieren könnten. Abschließend plädiert der Verband für eine unbürokratische Vergabe der Mittel mit direkter Zuwendung, einem ausreichenden und erweiterbaren Budget sowie vereinfachten Verwaltungsverfahren. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press am Dienstag berichtete, wird die finale Schadenshöhe erst in den nächsten Wochen abschätzbar sein.


Quelle: europapress.es

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