Sturmtief Adam: Fast 400 Einsätze in Valencia

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Sturmtief Adam: Fast 400 Einsätze in Valencia

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Bilanz einer Nacht im Ausnahmezustand

Während der Rest des Landes aufatmet, kämpft die Valencianische Gemeinschaft noch mit den Folgen des Sturmtiefs Adam. Die Zahlen, die das Centro de Coordinación de Emergencias am frühen Samstagmorgen vorlegte, lesen sich wie ein Krisenbericht: 396 Mal mussten die Einsatzkräfte zwischen Donnerstagnachmittag und Mitternacht ausrücken. Allein in der Provinz Alicante wurden 293 Vorfälle registriert, in Valencia waren es 98, in Castellón lediglich fünf. Das Epizentrum der Verwüstung liegt jedoch eindeutig im Norden Alicantes.

Der Süden ist das neue Zentrum des Chaos

Während sich die mediale Aufmerksamkeit oft auf die Großstädte richtet, zeigt sich die wahre Wucht des Unwetters in den Küstenorten. Xàbia führt die Schadensliste mit 102 Einsätzen regelrecht an, gefolgt von Dénia mit 52 und der Stadt Alicante selbst mit 46 Vorfällen. Selbst Gandia in der Provinz Valencia musste 21 Mal angefordert werden. Konseller Juan Carlos Valderrama machte nach einer nächtlichen Koordinierungssitzung unmissverständlich klar, wo die Brennpunkte liegen: die Marina Alta und die Safor. In Barx etwa fielen innerhalb von nur 24 Stunden mehr als 340 Liter Regen pro Quadratmeter – ein Wert, der nicht nur Statistik ist, sondern die Infrastruktur an ihre Grenzen bringt.

Wenn der Schein trügt: Die trügerische Ruhe am Barranco de Beniopa

Die Lage bleibt tückisch. Auf die Frage nach dem Barranco de Beniopa gab Valderrama zwar Entwarnung – aktuell führe der Fluss kein Wasser. Doch dies sei kein Grund zur Sorglosigkeit, sondern eine Momentaufnahme. Die Gemeinde Gandia hat bereits Anwohner in der Umgebung des Barrancos sensibilisiert und vorsorglich eine Notunterkunft im Sportzentrum Raval eingerichtet. Prävention statt Reaktion lautet hier die Devise. Bereits vollzogen wurde die Evakuierung des Campingplatzes Naranjal in Xàbia, wo Polizei, Feuerwehr und weitere Sicherheitskräfte im Großeinsatz sind.

Ein Wetterphänomen, das keine klaren Antworten kennt

Was die Prognosen betrifft, bleibt Valderrama vage – aus gutem Grund. Die Unwettermodelle der Aemet zeigen keine stabile Entwicklung. Die Sturmzellen zögen zwar langsam weiter, könnten aber jederzeit erneut über die bereits schwer getroffenen Gebiete hereinbrechen. Eine mögliche Verlagerung in Richtung Albufera und der nördlichen Küste Valencias sei ebenfalls nicht ausgeschlossen. Diese Unberechenbarkeit macht die Lage so gefährlich.

Dankesworte und eine unmissverständliche Warnung

Der Konseller nutzte die Gelegenheit, um den Rettungskräften zu danken, die seit Stunden im Dauereinsatz sind und auch die Nacht durcharbeiten werden. Doch die deutlichste Botschaft richtete er an die Bevölkerung: Verzichtet auf unnötige Fahrten. Der Hauptgrund für die zahlreichen Zwischenfälle sei nicht der Regen selbst, sondern der fahrlässige Umgang mit den Wetterwarnungen. Das Hauptrisiko in diesem Unwetter ist der Mensch, der meint, es besser zu wissen. Genau diese Selbstüberschätzung hat in der Nacht zu fast 400 Einsatzfahrten geführt.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, bleibt die Lage in den kommenden Stunden angespannt. Die Behörden appellieren an die Vernunft der Bürger, während die Feuerwehrverbände weiterhin entlang der Flussläufe patrouillieren, um frühzeitig auf mögliche Flutwellen reagieren zu können.


Quelle: europapress.es

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