
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Stundenlange Verspätungen nach AVE-Brand
Ein Tag nach dem Zwischenfall ist der Zugverkehr auf der wichtigsten Hochgeschwindigkeitsstrecke Spaniens noch immer weit von der Normalität entfernt. Reisende zwischen Madrid und Barcelona müssen sich am Dienstag weiterhin auf massive Verzögerungen einstellen, die in einigen Fällen bis zu zweieinhalb Stunden betragen. Wie die drei auf dem Korridor aktiven Bahnunternehmen mitteilen, sind die Auswirkungen des Feuers, das am Montagnachmittag einen Renfe-Zug in der Provinz Saragossa erfasst hatte, auch am heutigen Tag deutlich spürbar.
Besonders angespannt ist die Lage am Bahnhof Sants in Barcelona. Laut der morgendlichen Aktualisierung von Renfe, dem staatlichen Betreiber, werden die AVE-Züge zwischen den beiden Metropolen vorerst in Doppeltraktion geführt. Die Abfahrtszeiten verschieben sich dabei jeweils um die Abfahrtszeit des nachfolgenden Zuges, was voraussichtlich bis zum Abend zu Verzögerungen von rund einer Stunde führen wird.
Die ersten Verbindungen des Tages starteten bereits mit Verspätung: Der Zug von Sants nach Atocha verließ Barcelona erst um 5.50 Uhr anstatt um 5.40 Uhr, in der Gegenrichtung ging es um 6.27 Uhr anstelle von 6.16 Uhr los. Ein Blick auf den weiteren Tagesverlauf zeigt, dass der Barcelona-Madrid-Zug um 13.27 Uhr erst um 14.00 Uhr abfahren wird, während der Madrid-Barcelona-Zug um 13.57 Uhr auf 14.57 Uhr verschoben wurde.
Zweistellige Verzögerungen am Morgen
Bis zum späten Vormittag zeigte das Informationssystem von Renfe, dass aus Barcelona kommende Züge teils mit über anderthalb Stunden, in manchen Fällen sogar mit mehr als zwei Stunden Verspätung in Madrid eintrafen. In der Gegenrichtung waren die Verzögerungen mit einer bis anderthalb Stunden etwas geringer, aber ebenfalls deutlich spürbar. Die letzte geplante Verbindung des Tages, der Zug Madrid-Figueres um 17.57 Uhr, wird voraussichtlich erst um 18.57 Uhr in Atocha abfahren.
Der private Anbieter Iryo meldet für die Mittagszeit eine durchschnittliche Verspätung von 15 bis 30 Minuten bei allen seinen Zügen. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: Drei Verbindungen von Barcelona nach Madrid, die um 7.50, 9.12 und 10.45 Uhr hätten starten sollen, kämpfen mit Verspätungen von zwei bis zweieinhalb Stunden. Grund dafür sind laut Unternehmen Umlaufprobleme: Die Züge erreichten ihr Ziel erst in den frühen Morgenstunden, nachdem die Strecke am Montag für Stunden gesperrt war. Immerhin musste kein einziger der elf betroffenen Züge gestrichen werden.
Passagiere mussten nicht auf Busse umsteigen
Am Montag waren durch den Zwischenfall rund 4.450 Reisende bei Iryo betroffen. Sie konnten ihre Fahrt jedoch allesamt im Zug fortsetzen, nachdem der Infrastrukturbetreiber Adif die Strecke wieder freigegeben hatte. Die von den Behörden als Ersatz angekündigten Busse wurden letztlich nicht benötigt, wie das Unternehmen bestätigt.
Bei der französischen Konkurrenz Ouigo halten sich die Angaben zu den aktuellen Verspätungen in Grenzen. Man spricht am Mittag lediglich von „erheblichen Verzögerungen“ bei allen fünf Zügen des Tages. Am Vortag hatte die Firma eine Verbindung zwischen Madrid und Barcelona komplett streichen müssen. Schätzungen zufolge waren rund 2.700 Ouigo-Passagiere von den Folgen des Brandes betroffen, wobei das Unternehmen betont, dass sich diese Zahl im Laufe des Tages noch ändern kann.
Quelle: 20minutos.es