Streik bei Persán: Sieben weitere Tage drohen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Streik bei Persán: Sieben weitere Tage drohen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Fast die gesamte Belegschaft beteiligt

Der Tarifkonflikt beim Waschmittelhersteller Persán in Sevilla spitzt sich zu. Am Dienstag legten die Beschäftigten für 24 Stunden die Arbeit nieder – nach Angaben des Betriebsrats folgten rund 97 Prozent der Belegschaft dem Aufruf. Damit reagieren die Arbeitnehmer auf eine festgefahrene Verhandlungsrunde: Seit 20 Monaten gibt es keinen neuen Tarifvertrag.

Die Gewerkschaften UGT FICA Andalucía und CCOO Sevilla werfen der Unternehmensführung vor, die Gespräche blockiert zu haben. Auch ein Vermittlungsversuch vor dem andalusischen Schlichtungsdienst Sercla scheiterte zuletzt. Der Streik ist deshalb der vorläufige Höhepunkt einer Auseinandersetzung, die nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter deutliche Risse im Betriebsalltag offenlegt.

Kritik an Arbeitsbedingungen

Die Arbeitnehmervertreter begründen ihre Forderungen nicht nur mit dem Wunsch nach höheren Löhnen. Sie verweisen auf teils schwierige Bedingungen in der Produktion: wiederkehrende Maschinenausfälle, hohe Temperaturen in den Hallen und ein wachsender Leistungsdruck durch straffe Arbeitsabläufe. „Der Erfolg des Unternehmens basiert auf dem Einsatz der Mitarbeiter“, heißt es in einer Stellungnahme von UGT. Dies müsse sich auch in einem Tarifvertrag widerspiegeln, der die Lebenshaltungskosten berücksichtige und die Arbeit angemessen vergüte.

Persán ist einer der führenden Hersteller von Haushalts- und Körperpflegeprodukten in Spanien und beschäftigt am Standort Sevilla nach Gewerkschaftsangaben rund 550 Mitarbeiter, die unter den Tarifvertrag fallen. Für die Unternehmensführung ist der Standort einer der wichtigsten Produktionsstandorte der Gruppe. Umso größer ist die Sorge vor weiteren Arbeitsniederlegungen.

Ausweitung und Kundgebungswelle geplant

Der Druck auf das Management könnte nun weiter steigen. Der Vorsitzende des Betriebsrats, David Badillo, kündigte an, die Belegschaft in einer Versammlung über eine Ausweitung des Streiks abstimmen zu lassen. Geplant ist, die Arbeitsniederlegung auf sieben Tage in der letzten Oktoberwoche auszudehnen. Zuvor sind bereits Proteste für den 20. bis 22. Oktober angekündigt – zeitgleich zu einem Branchenkongress der Industrie, der in der Messe Fibes in Sevilla stattfindet.

Bereits der eintägige Warnstreik sorgte für sichtbare Präsenz. Die Gewerkschaften hatten zu drei Kundgebungen an den Werkstoren aufgerufen – am Morgen, am Nachmittag und in der Nacht. Die Konzentrationen fanden sowohl am Haupteingang in der Straße Pino Albar als auch an der rückwärtigen Zufahrt in der Pino Estrobo statt.

Wie die Gewerkschaften betonten, sei man weiterhin gesprächsbereit, erwarte aber ein ernsthaftes Angebot der Arbeitgeberseite. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob die Unternehmensführung auf die Signale aus der Belegschaft reagiert oder ob der Konflikt in eine bislang beispiellose Streikphase mündet. Europa Press berichtete zuerst über die Eskalation des Tarifkonflikts.


Quelle: europapress.es

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