
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Spanien meldet historischen Beschäftigungsrekord
Ein Rekord mit doppelter Wirkung
Die Sozialversicherungsbehörde hat am Freitag neue Zahlen veröffentlicht, die auf den ersten Blick bemerkenswert erscheinen: Im September stieg die Zahl der Beitragszahler um 92.327 Personen. Das ist der stärkste Zuwachs, der jemals für einen September verzeichnet wurde – und verdreifacht den Wert des Vorjahreszeitraums. Insgesamt sind in Spanien nun 22,4 Millionen Menschen in der Sozialversicherung registriert, der höchste Stand je zuvor.
Doch der Blick auf das Gesamtbild offenbart eine gegenläufige Entwicklung. Die registrierte Arbeitslosigkeit stieg im selben Monat um 23.587 Personen – der kräftigste Anstieg für einen September seit fast einem Jahrzehnt. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen liegt bei 2,38 Millionen, dem niedrigsten Stand seit September 2007.
Migranten treiben das Wachstum
Die treibende Kraft hinter dem Beschäftigungsboom ist ein Verwaltungsprozess: die außerordentliche Regularisierung von Migranten, die im April dieses Jahres anlief. Von den rund 90.000 neuen Beitragszahlern im September waren 84.220 Ausländer. Das Wachstum in diesem Segment ist mehr als viermal so hoch wie im September des Vorjahres, als die ausländische Beschäftigung um 19.000 Personen zunahm.
Wie das staatliche Informationsportal berichtet, hat das Regularisierungsverfahren bislang 421.306 Anmeldungen von Ausländern zur Sozialversicherung generiert. Der Septemberwert übertrifft die Augustzahl um 83.389 – ein Betrag, der nahezu dem gesamten Beschäftigungszuwachs in diesem Monat entspricht.
Entscheidend ist jedoch: Viele dieser neu registrierten Arbeitsplätze existierten bereits, allerdings im Bereich der Schattenwirtschaft ohne sozialversicherungsrechtlichen Schutz. Bis Juni wurden fast 1,2 Millionen Anträge im Rahmen des Verfahrens eingereicht. Mit der fortschreitenden Bearbeitung dürfte die Zahl der Neuafnahmen auch in den kommenden Monaten erhöht bleiben.
Die Saison spielt ihre Rolle
Unabhängig von der Migration ist der September traditionell ein Monat des Beschäftigungsaufbaus – vor allem wegen des Schulbeginns. Der Bildungssektor verzeichnete ein Plus von 63.500 Arbeitsplätzen, wobei ein Großteil auf sogenannte „feste diskontinuierliche Arbeitskräfte“ entfällt, die nach der Sommerpause in den Betrieb zurückkehren.
Dieser Aufschwung kompensiert teilweise die saisonalen Verluste nach der Tourismussaison. Im Handel gingen 40.000 Stellen verloren, die Gastronomie verzeichnete einen Rückgang von 21.885 Beschäftigten. Die vorgelegten Daten stammen aus den offiziellen Statistiken des Ministeriums für Arbeit und Soziale Sicherheit.
Quelle: 20minutos.es