Sozialdemokraten werfen Regierung Versagen vor

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Region Murcia

Sozialdemokraten werfen Regierung Versagen vor

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Nach den heftigen Regenfällen in der Region Murcia wird der Ton gegenüber der Landesregierung schärfer. Der sozialistische Abgeordnete Fernando Moreno wirft der Regierung von Präsident López Miras vor, bei der Bewältigung der Unwetterkatastrophe abgetaucht zu sein. Die Bürger sowie die Einsatzkräfte seien schutzlos geblieben, kritisierte Moreno am Freitag.

Fehlende Befehlsstruktur bei den Einsatzkräften

Besonders schwer wiege laut Moreno, dass trotz aktiviertem Hochwasser-Schutzplan Inunmur und höchster Alarmstufe des Wetterdienstes AEMET keine klare Führungsstruktur existierte. Die Feuerwehrleute des Konsortiums für Brandbekämpfung und Rettung (CEIS) hätten vor Ort improvisieren müssen. Eine zentrale Koordinierungsstelle, die über den Einsatz von Personal und Material entscheidet, wurde demnach nie eingerichtet. „Es ist unglaublich, dass die Profis vor Ort selbst entscheiden müssen, wie sie ihre Ressourcen organisieren, nur weil es keine Befehlsstruktur gibt“, so Moreno. Dies sei ein weiteres Beispiel für die Nachlässigkeit des Präsidenten, die die Region teuer zu stehen kommen könnte.

Die Sozialdemokraten verlangen nun Aufklärung im Regionalparlament. Sie bemängeln außerdem, dass während des laufenden Notfalls die Schichtübergaben bei den Einsatzleitern stattfanden, was die Lage zusätzlich erschwerte.

Bewährungsprobe für den Katastrophenschutz

Ein weiterer Kritikpunkt ist die aus Sicht der Sozialisten zu späte Reaktion auf die Warnungen. In der besonders gefährdeten Gemeinde Los Alcázares seien notwendige Schutzmaßnahmen erst ergriffen worden, als das Wasser bereits in den Straßen stand. Auch die Entscheidung, den Unterricht in mehreren Städten wie Cartagena oder Torre Pacheco erst sehr spät abzusagen, sei nicht nachvollziehbar. Moreno stellte die Frage in den Raum, wo sich López Miras während der kritischsten Phase des Unwetters aufgehalten habe. Die Regierung dürfe nicht erst dann Warnmeldungen an die Bevölkerung verschicken, wenn die Gefahr bereits greifbar sei.

Die Sozialistische Fraktion verweist darauf, dass die Probleme bei der Koordination kein Einzelfall sind. Bereits vor Monaten hätten leitende Beamte der Feuerwehr auf die Missstände hingewiesen, ohne dass der Minister zuständig reagiert habe. Dass die Einsatzkräfte durch eigene Initiative die Koordination übernahmen, sei kein Verdienst der Regierung, sondern einzig der Professionalität der Feuerwehrleute geschuldet. Die Region verdiene eine Führung, die ihrer Verantwortung gerecht werde, so der Abgeordnete. Wie die Tageszeitung „La Verdad“ berichtet, werden die genauen Abläufe der Einsatzleitung nun Gegenstand der politischen Debatte. Weitere Informationen zur Unwetterlage in Murcia

Die Regierung von López Miras steht damit nach den Überschwemmungen massiv unter Druck. Die geforderte Aufarbeitung im Parlament könnte nun auch personelle Konsequenzen für die Verantwortlichen im Katastrophenschutz haben. Unklar ist bislang, wie die Regierung auf die Vorwürfe reagieren will. Die nächsten Tage dürften zeigen, ob sich an der Führungsstruktur für den Ernstfall etwas ändert. Die Frage der Sozialisten, ob die aktuelle Struktur angesichts der wiederkehrenden Unwetter in der Region überhaupt ausreichend ist, bleibt vorerst unbeantwortet.


Quelle: europapress.es

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