
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Solarpark-Projekt an letztem Waldgebiet gescheitert
Schlussstrich unter ein umstrittenes Vorhaben
Am 23. April dieses Jahres zog die Generaldirektion für Raumordnungsangleichung und Umweltverträglichkeitsprüfung der balearischen Regierung eine klare Grenze. Wie aus der entsprechenden Resolution hervorgeht, unterzeichnet von Direktorin Paz Andrade, bewertet die Behörde die Umweltauswirkungen des geplanten Photovoltaikparks auf dem Gut Ses Planes bei Sencelles als "desfavorable" – also als ungünstig. Diese Entscheidung stellt ein faktisches Aus für das Projekt in seiner vorliegenden Form dar.
Die Begründung ist eindeutig: Das Vorhaben würde "signifikante nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt" verursachen, die eine Genehmigung ausschließen. Konkret sieht die Prüfung die Zerstörung einer beträchtlichen Fläche geschützter Lebensraumtypen vor, die unter die EU-Habitatrichtlinie fallen. Dies stehe, so die Resolution, im Widerspruch zum spanischen Naturschutzgesetz (Ley 42/2007), da weder der Erhalt dieser Gebiete garantiert noch ihre Verschlechterung vermieden werde.
Methodische Mängel und breiter institutioneller Widerstand
Die Ablehnung stützt sich nicht auf eine isolierte Betrachtung, sondern auf eine Reihe kritischer Stellungnahmen verschiedener Fachbehörden. Eine systematische Auswertung der Dokumente zeigt ein klares Bild.
Bereits 2024 hatte der Raumordnungsdienst des Inselrats von Mallorca in einer eigenen Resolution erhebliche Bedenken angemeldet. Moniert wurden der hohe Flächenverbrauch in einem als forstwirtschaftlich ausgewiesenen Gebiet, die Nichteinhaltung von Vorgaben des balearischen Energie-Sektorplans (PDSEIB), sowie der Umfang der geplanten Infrastruktur inklusive einer langen Stromleitung.
Weitere Gutachten untermauern diese Kritik. Der Artenschutzdienst warnt vor dauerhaften Habitatveränderungen und negativen Folgen für Biodiversität und Landschaftsbild. Der Forstverwaltungsdienst hält die beantragte Umwidmung der Waldfläche für unangemessen. Selbst die Generaldirektion für Mobilität äußerte sich negativ, da die Kreuzung der geplanten Stromtrasse mit der Bahninfrastruktur nicht hinreichend geklärt sei.
Fundamentale Fehler in der Planung
Die Untersuchung der Behörde legt zudem grundlegende Verfahrensfehler offen. Einer der zentralen Kritikpunkte betrifft die Alternativenprüfung. Laut der Generaldirektion basierte die Standortwahl nicht auf einer objektiven Methodik, die Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftskriterien integriert, wie es die Gesetzeslage verlangt.
Die Umweltverträglichkeitsstudie beschränkte sich weitgehend auf die favorisierte Option, ohne einen angemessenen Vergleich mit anderen möglichen Standorten durchzuführen. Die Bewertungskriterien und deren Punktevergabe seien nicht ausreichend begründet, relevante Auswirkungen – insbesondere auf geschützte Lebensräume – seien nicht angemessen berücksichtigt worden. Damit, so das Fazit, könne die vorgeschlagene Lösung nicht als "umweltverträglich vorzuziehend" eingestuft werden.
Lokaler Widerstand und das Prinzip Nachhaltigkeit
Das Projekt, das auf einer Fläche von 21 Hektar rund 33.600 Solarmodule vorsah, war von Beginn an hochumstritten. Es betraf eines der letzten verbliebenen Waldgebiete der Gemeinde Sencelles im Zentrum Mallorcas. Der lokale Widerstand formierte sich deutlich: Die Gemeinde sammelte etwa eintausend Unterschriften gegen das Vorhaben, das als irreparabler Eingriff in die natürliche Umgebung wahrgenommen wurde.
Der Stadtrat von Sencelles begrüßte die ablehnende Resolution der Landesregierung ausdrücklich. In einer Stellungnahme, auf die sich der Bericht bezieht, spricht das Gremium von einem "inakzeptablen Einfluss" auf Waldboden und geschützte Lebensräume. Die Entscheidung stehe im Einklang mit der Verteidigung des eigenen Territoriums, der Landschaft und des Naturerbes.
Die Schlussfolgerung der Umweltbehörde greift diesen Grundsatz auf und formuliert ein übergeordnetes Prinzip: Die Errichtung eines Projekts für erneuerbare Energien auf Kosten bestehender Waldflächen, die wichtige ökologische Funktionen erfüllen, entspreche keinem nachhaltigen Energiemodell. Die Resolution stellt klar, dass der Übergang zu grüner Energie nicht auf einer weiteren Degradierung natürlicher Kohlenstoffspeicher und Biodiversitäts-Hotspots aufbauen darf.